Neue Schiris für das Emsland Fußball-Regelkunde vom Gipsarm bis zum platzenden Ball

Gebannte Blicke auf die Präsentation: Zu Beginn geht es um die Grundlagen des Fußballfeldes. Foto: Micha LemmeGebannte Blicke auf die Präsentation: Zu Beginn geht es um die Grundlagen des Fußballfeldes. Foto: Micha Lemme
Micha Lemme

Dörpen. Neue Schiedsrichter braucht das Emsland: Der jüngst in Dörpen gestartete Lehrgang der Fußball-Schiedsrichtervereinigung ist auf große Zustimmung gestoßen. Etwa sechzig Teilnehmer aus dem gesamten nördlichen Emsland arbeiten im siebenwöchigen Kurs auf die Prüfung am 21. Februar hin.

Was passiert eigentlich, wenn der Ball während des Spiels platzt? Darf man tatsächlich mit einem Gipsarm Fußball spielen? Und wie verhält es sich mit Festival-Armbändern? Fragen, die selbst der erfahrene Fußballfan kaum zu beantworten weiß. Der neue Lehrgang der Schiedsrichtervereinigung Emsland soll hier Abhilfe schaffen und klärt in einem siebenwöchigen Kurs etwa sechzig Teilnehmer über die Kniffe und Besonderheiten des Schiedsrichterwesens auf.

Die Zahl der neuen Schiri-Anwärter verwunderte dabei sogar Lehrwartin Ramona Goldenstein (links im Bild) und Schiedsrichter Jens Stahl, die den Kurs in Zusammenarbeit leiten. Kurzerhand wurde die gesamte Gruppe in zwei zeitlich aufeinanderfolgende Blöcke eingeteilt.

Foto: Micha Lemme

Stahl war ob der extrem großen Teilnehmerzahl überrascht: „Damit konnte keiner von uns rechnen. Zwanzig Leute, okay. Aber sechzig Teilnehmer?“ An einer plausiblen Erklärung versuchte sich Goldenstein: „Wir haben in der Presse geworben und über die aktiven Schiedsrichter viele Flyer verteilt. Außerdem ging es in den sozialen Medien rund."

Viele junge Männer und kaum Frauen

Die beiden Organisatoren führen den Kurs im Vereinsheim von Blau-Weiß Dörpen mit der möglichen Lockerheit und der nötigen Disziplin. Denn auch wenn sich die Teilnehmer durchaus lernbegierig zeigen - gequatscht wird hier dennoch. Zusammengesetzt ist die Lerngruppe aus nahezu allen Alterskategorien, wobei die Jüngeren eindeutig in der Mehrzahl sind.

Ein klares Übergewicht ist auch in der Geschlechterverteilung zu erkennen. Die Jungs sind fast unter sich. Goldenstein bedauert das:

„Leider ist die Zahl der weiblichen Teilnehmer wieder ziemlich niedrig.“

Lediglich zwei Frauen nehmen in diesem Jahr am Lehrgang in Dörpen teil. „Das ist im kompletten Emsland so. Es wäre natürlich schön, wenn es ein paar mehr wären“, merkte Goldenstein an. „Im vergangenen Jahr hatten wir einmal sechs Frauen dabei. Aber zwei sind leider eher der Normalfall.“ Und so dominieren die Namensschilder mit männlichen Vornamen im diesjährigen Kurs wieder mehr als deutlich.

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Der Aufbau des Lehrgangs ist so simpel wie effektiv: Goldenstein führt durch die einzelnen Themenblöcke - von der Beschaffenheit des Spielfeldes bis zur Farbauswahl von Trikots und Bällen - und erklärt die Einzel- und Besonderheiten. Dazu bekommen die Teilnehmer regelmäßig Probetests ausgehändigt, die sie an das Format der Abschlussprüfung am 21. Februar gewöhnen sollen.

Pauken für die Prüfung im Februar

Dreißig Fragen, fünf Fehler sind erlaubt. Da wundert es kaum, dass in den ersten Übungsstunden fast alle Teilnehmer „durchfallen“. Am Ende des Lehrgangs sollte die Prüfung jedoch kein Problem mehr darstellen, betonte Goldenstein.

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„Wie viele dann am Ende tatsächlich Schiedsrichter werden, kann man nur schwer sagen“, erklärte die Lehrwartin. Der Bedarf im gesamten Emsland ist gegeben, das verdeutlichen auch die Zahlen:

Zur Sache

Schiris im Emsland
  • Der Bedarf an Schiedsrichtern im Kreis Emsland liegt bei 503 Schiedsrichtern.
  • Je nach Einsatzbereitschaft stehen in der Wertigkeit 313,5 Schiedsrichter zur Verfügung.
  • Somit fehlen im Emsland aktuell 189,5 Schiedsrichter.
  • Frauenanteil: Derzeit gibt es lediglich 16 Schiedsrichterinnen im Kreis Emsland.
  • Pro Saison werden drei Anwärterlehrgänge angeboten (je einer für den Bereich Nord, Mitte, Süd).
  • Pro Lehrgang lassen sich etwa 20 Anwärter ausbilden.


Quelle: Schiedsrichtervereinigung Emsland, Kreisschiedsrichterobmann Markus Thiel, Stand: 30.06.2018.


Einige Teilnehmer würden sich den Kurs jedoch lediglich für den Trainerschein anrechnen lassen, andere seien nur aus Kollegialität zu ihren Freunden dabei, so Goldenstein.

Abgerechnet wird für alle am 21. Februar. Denn dann zeigt sich, wer über platzende Bälle, Gipsarme und Festival-Armbänder am besten Bescheid weiß.




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