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Jury wählt unter 33 Bewerberinnen aus 19-jährige Emsländerin will „Miss Bambi“ werden

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Shanine Möller, die derzeit in Neubörger lebt, will „Miss Bambi 2018“ werden. Die 19-Jährige setzt sich für mehr Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Andersdenkenden, kurz LGBTQ, ein. Foto: Sammlung MöllerShanine Möller, die derzeit in Neubörger lebt, will „Miss Bambi 2018“ werden. Die 19-Jährige setzt sich für mehr Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Andersdenkenden, kurz LGBTQ, ein. Foto: Sammlung Möller

Neubörger. Die 19-jährige Shanine Möller, die derzeit in Neubörger lebt, will „Miss Bambi 2018“ werden. Das würde sie dazu berechtigen, bei der Bambi-Verleihung am 16. November in Berlin einem der Stars aus TV und Film eine der goldenen Trophäen zu überreichen. Ihre Bewerbung als „Miss Bambi“ hat die Emsländerin, die kurz vor einer Hochzeit mit ihrer Lebensgefährtin steht, mit der Botschaft für mehr Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen verknüpft.

Die Bambi-Auszeichnung gilt als Deutschlands wichtigster Medien- und Fernsehpreis und wird seit 1953 verliehen. Hinter der Preisverleihung stehen der Burda-Verlag und die ARD. Noch nicht ganz so lange, nämlich seit 2012, gibt es die Wahl zur „Miss Bambi“. Die Gewinnerin, deren Vorauswahl über eine Abstimmung im Internet erfolgt und letztlich von einer Jury ausgewählt wird, darf an dem Abend mit über den roten Teppich schreiten, erhält dafür ein Abendkleid samt professionellem Make-up und Frisur sowie mehrere Hotelübernachtungen.

Bereits 2017 hatte sich Shanine Möller beworben, wie sie im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete, musste diese aber im letzten Moment zurückziehen, weil sie bei der Preisverleihung verhindert gewesen wäre. „Eine erneute Bewerbung stand für mich außer Frage“, berichtet die gelernte Erzieherin. In der Zwischenzeit hat sich in ihrem Leben einiges verändert: Sie zog nicht nur von Osnabrück ins nördliche Emsland, im Sommer hat sich Möller geoutet. Dem Bekenntnis, eine Frau zu lieben, folgte sogar eine Verlobung mit ihrer Lebensgefährtin.

Mehr Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Ehen

Daher verband sie ihre Bewerbung um die „Miss Bambi“ mit dem Appell für mehr Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Ehen. „Ich hoffe, durch meine Bewerbung, auf Probleme, die gerade Jugendliche mit einem Outing haben, aufmerksam zu machen und denjenigen eine Stimme zu geben, die es alleine nicht schaffen. Ich hoffe, dass unsere Gemeinschaft mehr zusammen wächst, toleranter ist und vor allem zuhört! Denn schon allein das, würde unser Zusammenleben auf der Welt erheblich stärken“, heißt es in ihrem Bewerberprofil. Bestandteil ihrer Bewerbung ist auch ein zehnminütiges Video, das Anfang Oktober auf dem Gelände von Schloss Clemenswerth in Sögel entstanden ist. Darauf ist die 19-Jährige auch kurz mit ihrer Lebensgefährtin vor der Kamera zu sehen.


Ihre Worte kamen an bei den Menschen. Sie wählten Shanine Möller in den vergangenen Wochen zu eine der 33 Kandidatinnen, aus denen nun die Jury am Donnerstag, 1. November, die „Miss Bambi 2018“ auswählen wird.

Cheerleading-Gruppe in Surwold eröffnet

Dass sie mit ihrem eigenen Outing so lange gewartet hat, wurmt die 19-Jährige im Rückblick. Bereits vor zwei Jahren suchte sie den Kontakt zum Verein CSD (Christopher-Street-Day) Cloppenburg, weil sie längere Zeit in ihrer Jugend in Friesoythe und Quakenbrück gelebt hat und einige Bekannte aus früheren Zeiten sich in dem Verein engagieren. An CSD-Umzügen in Hamburg hat sie auch schon teilgenommen. Außerdem schloss sie sich der Bewegung LGBTQ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer) an. Trotzdem hat sie sich lange Zeit nicht getraut, ihre Neigung auch öffentlich zu zeigen und sich allen anzuvertrauen. „Dabei haben meine Familie und mein gesamter Freundeskreis das Outing hervorragend aufgenommen und unterstützen mich voll darin“, berichtet Möller, die im August in Surwold eine Cheerleading-Gruppe mit rund zehn Mädchen eröffnet hat. 

Die Gewinnerin erfährt kurze Zeit nach der Juryentscheidung persönlich, dass sie die „Miss Bambi 2018“ sein wird. Gut möglich also, dass Ende nächster Woche ein Kamerateam vor ihrer Haustür in Neubörger steht, denn in den Vorjahren wurden bei den Liveübertragungen der Bambi-Verleihung stets Bilder davon gezeigt.


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