Von CDU fast einstimmig gewählt Dörpener SG-Bürgermeister kandidiert für zweite Amtszeit


Dörpen. Einer zweiten Amtszeit von Hermann Wocken als Bürgermeister der Samtgemeinde (SG) Dörpen steht aus Sicht der CDU nichts mehr im Wege. Fast einstimmig kürten die Mitglieder des CDU-Verbandes der SG den 45-Jährigen am Montagabend in Kluse zu ihrem Kandidaten.

Wie bei seiner erstmaligen Kandidatur im Jahr 2011 stimmte lediglich ein Mitglied gegen den gebürtigen Neuleher, der bei dem geheimen Votum im voll besetzten Saal der Gaststätte Ganseforth im Ortsteil Ahlen 94 Ja-Stimmen verbuchte. Ein Stimmzettel war ungültig. Wocken war der einzige Bewerber. Der amtierende SG-Bürgermeister, der auch Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbandes ist, wertete das Ergebnis als ein starkes Signal. Zugleich schwor er seine Parteifreunde auf einen engagierten Wahlkampf für den Urnengang am 26. Mai 2019 ein. Seine Wiederwahl sei „nicht gottgegeben“.

Hauptaugenmerk auf Mitgliedsgemeinden

Vor der Abstimmung hatte sich der Vorstand der Samtgemeinde-CDU einstimmig auf Wocken als Bewerber festgelegt. Der stellvertretende Vorsitzende Antonius Pohlmann begründete die Entscheidung damit, dass der „allseits geschätzte“ Verwaltungschef die Geschicke und Entwicklung der SG fest im Griff habe – auch, weil er sein Hauptaugenmerk auf starke Mitgliedsgemeinden lege.

Lebens- und liebenswert bleiben

Wocken selbst betonte, dass er den Posten des SG-Bürgermeisters als große Ehre empfinde. „Die Arbeit macht unglaublich viel Spaß, deshalb bewerbe ich mich gerne um eine Verlängerung“. In seiner Bewerbungsrede verwies er auf das aus seiner Sicht gelungene Zusammenspiel zwischen Politik und Verwaltung in den vergangenen sieben Jahren – eine Zeit, die nicht immer einfach gewesen sei, aber in der man gemeinsam viel erreicht habe. Oberstes Ziel bleibe weiterhin, dass sich jede der neun Mitgliedsgemeinden bei Wohnungsbau und Gewerbe weiterentwickeln können müsse, damit sie lebens- und liebenswert blieben.

In sieben Jahren 87 Millionen Euro investiert

87 Millionen Euro seien seit 2011 in der SG investiert worden, der Löwenanteil davon in den Bildungsbereich – fünf Millionen Euro in die Oberschule und drei Millionen in die Grundschule. Aktuell wird die Grundschule Heede erweitert. Weitere fünf Millionen Euro seien in den Ausbau der Kitalandschaft geflossen. In Dörpen stehe der Baustart für den dritten Kindergarten bevor. „Wir investieren enorme Millionenbeträge in die Zukunft unserer Samtgemeinde“, betonte Wocken.

„Meisterstücke“ und Meilensteine

Als „Meisterstücke“ beziehungsweise Meilensteine listete der Christdemokrat den Neubau der Mehrzweckhalle Wippingen, den Brückenbau über die Bahnlinie zwischen B 70 und Gewerbegebiet sowie das Modell zum kommunalen Finanzausgleich auf. 2014 steckte die SG tief in den roten Zahlen und hatte die Zehn-Millionen-Marke als oberste Schuldengrenze ausgerufen. Dank des Ausgleichsmodells habe die SG die finanzielle Lage wieder im Griff. Aktuellen Prognosen zufolge falle sie 2021 auf das Schuldenniveau von 2011 (6,5 Millionen Euro) zurück.

Als ein weiteres Plus wertete Wocken, dass Großprojekte in der SG wie der Bau des Umspannwerkes in Heede, den Bau des Gesundheitszentrums in Walchum sowie die Hafenerweiterung, die Verlegung des Bahnhofs und das Einkaufszentrum am Kreisel in Dörpen „ungewöhnlich geräuschlos“ hätten realisiert werden können. „Wir sind hier tatsächlich Macher“, betonte Wocken.

„Wir müssen hungrig bleiben“

Nun gelte es, erfolgreich Kurs zu halten – nicht nur in Bezug auf die Sicherstellung der medizinischen Versorgung, die Förderung von Landwirtschaft und Handwerk, den Ausbau des Ehrenamtes und der Pflege des Feuerwehrwesens. „Wir müssen hungrig bleiben, dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen und müssen weiter um Ansiedlungen kämpfen“, mahnte der 45-Jährige. Als Beispiel nannte er eine Power-to-Gas-Anlage, die die Netzbetreiber Tennet und Amprion errichten wollten. „Dafür sind wir ein prädestinierter Standort“, sagte Wocken.

Strukturen nicht zerschlagen

Überdies müsse die SG darum kämpfen, dass bestehende Strukturen nicht zerschlagen werden. Das gelte beispielsweise für die Ems als Bundeswasserstraße. Darüber würden täglich mindestens zehn Schiffe mit Rohstoffen für die Papierfabrik UPM Nordland anlaufen. Erfreut zeigte sich Wocken in diesem Zusammenhang über das klare Standortbekenntnis des finnischen UPM-Konzerns zu Dörpen, der in dem Werk die Papiermaschine 2 für mehr als 100 Millionen umbaut.


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