Moorbrand beschäftigt die CDU Burgdorf: WTD 91 darf nicht verteufelt werden

Meine Nachrichten

Um das Thema Dörpen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der CDU-Kreisverband Aschendorf-Hümmling überreichte auf seinem Parteitag in Lehe sechs Mitgliedern Urkunden für 50-jährige Mitgliedschaft. Das Bild zeigt (von links) Bernd Busemann, Heinrich Hiebing, Hermann Wocken, Elisabeth Schlichter, Marc André Burgdorf, Bernd Frericks, Jens Gieseke, Hermann Brockmann, Bernhard Knipper, Rudolf Evers, Gitta Connemann und Günter Wigbers. Foto: Hermann HinrichsDer CDU-Kreisverband Aschendorf-Hümmling überreichte auf seinem Parteitag in Lehe sechs Mitgliedern Urkunden für 50-jährige Mitgliedschaft. Das Bild zeigt (von links) Bernd Busemann, Heinrich Hiebing, Hermann Wocken, Elisabeth Schlichter, Marc André Burgdorf, Bernd Frericks, Jens Gieseke, Hermann Brockmann, Bernhard Knipper, Rudolf Evers, Gitta Connemann und Günter Wigbers. Foto: Hermann Hinrichs

Lehe. Der Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 bei Stavern beschäftigt auch die CDU im nördlichen Emsland. Auf dem Parteitag am Samstag in Lehe forderte der CDU-Landratskandidat Marc André Burgdorf, dass es trotz der Dinge die falsch gelaufen seien, keine „Verteufelung“ der WTD geben dürfe.

Burgdorf bezeichnete die WTD als einen wichtigen Arbeitgeber und eine Institution, die man trotz der Vorkommnisse „nicht kaputt machen“ sollte. Wie Burgdorf, lobte auch der Landtagsabgeordnete Bernd Busemann aus Dörpen die vielen Ehrenamtlichen, die dazu beigetragen haben, Glut und Flammen einzudämmen. Mit Blick auf die Konsequenzen wurde Busemann indes einiges deutlicher. Er forderte, den für das Emsland entstandenen ökologischen Schaden zu ermitteln, bewerten und letztlich vom Bund erstatten zu lassen und das Geld vor Ort zum Ausgleich einzusetzen. Zugleich stellte der Landtagsvizepräsident die WTD 91 an sich, als einen „guten Arbeitgeber“ heraus, „den wir behalten wollen“. Rund 800 Arbeitsplätze biete die Erprobungsstelle und auch das sogenannte Schießgeld als Ausgleich für Bewirtschaftungseinschränkungen sei den dort tätigen Landwirten durchaus willkommen.

Connemann kündigt „gnadenlose Aufklärung“ an

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann kündigte indes eine „gnadenlose Aufklärung, die auch wehtun wird“ an. Sie prangerte Missstände an, beispielsweise die organisatorische Trennung von Bundeswehr und Bundeswehr-Feuerwehr, das verfügbare Satelliten nicht genutzt worden seien und die Informationspolitik, die „nicht akzeptabel“ gewesen sei.

Weiterlesen: Moorbrand bei Meppen: Artenvielfalt der Tinner Dose in Gefahr?

Die Vizevorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag zeigte sich überzeugt, dass nur durch das „miteinander von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen im Emsland“ schlimmeres verhindert worden ist. Connemann: „In anderen Regionen wäre dieser Moorbrand ein Fiasko geworden.“ Dabei lobte sie speziell den Landratskandidaten Burgdorf, der in seiner Funktion als Kreisdezernent den Katastrophenstab im Kreishaus eingerichtet und geleitet hatte, sowie den ehrenamtlichen Staverner Bürgermeister Helmut Rawe, der viele Stunden damit zugebracht habe, zu koordinieren und organisieren.

Arbeitskräfte für das Emsland anwerben

Der Moorbrand auf der WTD 91 war auf dem Parteitag zwar ein Thema, um das kaum ein Redner herum kommen konnte, doch im Mittelpunkt stand in Lehe der Vortrag des Landratskandidaten, der hier Gelegenheit bekommen sollte, auch die Parteibasis im nördlichen Emsland hinter sich zu vereinen. Unter dem Applaus der gut 90 Christdemokraten forderte er angesichts der aus seiner Sicht guten Situation des Emslandes: „Wir müssen hungrig bleiben, um den Kreis weiter voranzubringen.“

Als eine Aufgabe benannte er, den Mangel an Arbeitskräften durch das Anwerben von Menschen zu mildern. Es müsse aber auch darauf hingearbeitet werden, dass „das System der dualen Ausbildung nicht ins Hintertreffen gerät“. Handlungsbedarf sieht Burgdorf auch in der Pflege („Wir brauchen mehr Fachkräfte“), der Digitalisierung („100 Prozent Glasfaser muss das Ziel sein“), Infrastruktur („Ich sage ja zur Europastraße 233“) und der Stärkung der Dörfer („Dort muss das Leben vom Säugling bis zum Senior möglich sein“).

Burgdorf kritisiert Tierschützer für Stalleinbrüche

Mit Blick auf die Landwirtschaft sprach Burgdorf von einem wichtigen Wirtschaftszweig, der das Emsland prägt. Er versprach, sich dafür einzusetzen, „unsinnige Regelungen zu beseitigen“. Zugleich übte er scharfe Kritik an Tierschützern, die heimlich in Tierställen Videoaufnahmen anfertigen. „Einbrüche in Ställe sind keine Heldentat, sondern eine Straftat.“

Den Abschluss des Parteitages bildeten die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Persönlich nahmen diese Elisabeth Schlichter aus Lathen, Hermann Brockmann aus Heede, Rudolf Evers aus Papenburg, Bernd Frericks aus Dörpen, Heinrich Hiebing aus Papenburg und Bernhard Knipper aus Sögel entgegen. Sie alle waren vor 50 Jahren in die CDU eingetreten.

Rudolf Seiters seit 60 Jahren Parteimitglied

Die einzige anstehende Ehrung für 60-jährige Parteimitgliedschaft konnte der Vorsitzende Günter Wigbers nicht persönlich aushändigen, da der frühere Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesminister Rudolf Seiters aus Papenburg aufgrund persönlicher Verpflichtungen an der Sitzung nicht teilnehmen konnte.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN