Imker, Jäger, Landwirte, Politik Austausch über Insektensterben und Blühwiesen in Neubörger

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Über das Insektensterben und das Anlegen von Blühwiesen haben sich in Neubörger Vertreter der Landwirtschaft und Jägerschaft, der Imkerei sowie der Politik ausgetauscht. Foto: Landvolk EmslandÜber das Insektensterben und das Anlegen von Blühwiesen haben sich in Neubörger Vertreter der Landwirtschaft und Jägerschaft, der Imkerei sowie der Politik ausgetauscht. Foto: Landvolk Emsland

Neubörger. Über das Insektensterben und das Anlegen von Blühwiesen haben sich in Neubörger Vertreter der Landwirtschaft und Jägerschaft, der Imkerei sowie der Politik ausgetauscht. Deutlich wurde dabei, dass es nur gemeinsam geht.

Wie das Landvolk Emsland mitteilt, luden zu der Informationsveranstaltung Imker Ludwig Rosenboom sowie Unternehmer Josef Efken ein. „Wir müssen den Bienen wieder mehr Nahrungsquellen zur Verfügung stellen“, betonte Rosenboom. Dafür bekam er im vergangenen Jahr vom Agrarunternehmen Syngenta kostenloses Saatgut für 15 Hektar gestellt. Rund fünf Hektar wurden von Landwirten und Bürgern aus Neubörger und Börger für das Anlegen von Blumenwiesen verwendet. Weitere Blühwiesen waren im Sommer in Surwold, Spahnharrenstätte, Groß Berßen, Waldhöfe, Rastdorf, Haren und Versen zu sehen.

„Überall summte es“

Die Blühmischung sei darauf ausgerichtet, ein durchgängiges Trachtenbild auf der Wiese zu schaffen, so dass von Frühjahr bis zum Spätsommer blühende Pflanzen als Nahrungsquelle für Insekten zur Verfügung stehen. „Wir konnten im Sommer sehr viele Insekten beobachten, überall summte es“, zog Rosenboom ein zufriedenes Fazit. Und nicht nur die Imker sehen einen Vorteil in der Bienenweide. Auch Wildtiere, wie Hasen und Fasane, würden in einer Blühwiese Schutz finden.

„Müssen gemeinsam an einem Strang ziehen“

Johann Högemann, Obmann für Naturschutz der Jägerschaft in Lingen, merkte an, dass Umwelt- und Naturschutz nur mit den Landwirten gemeinsam gelingen könne. „Landwirte besitzen die Flächen. Sie versuchen neue Wege und empfehlen diese bei Erfolg auch weiter. Wir müssen gemeinsam an einem Strang ziehen“, so Högemann.

In seinem Vortrag über das Monitoring zur Nährstofffixierung durch mehrjährige Wildpflanzen ging er im Anschluss auf ein Projekt ein, dass 2013 auf fünf Hektar startete. Laut Högemann wurden mehrjährige Wildpflanzen ausgesät, die ein Jahr später geerntet wurden und als Einbringstoff für Biogasanlagen dienten. Heute betrage die Fläche bereits 105 Hektar. Knapp die Hälfte davon seien in diesem Jahr neu angesät worden. Bei dem Projekt ist nach seinen Worten zu beachten, dass es sich um Stauden und damit mehrjährige Pflanzen handelt. Die Wurzeln können Högemann zufolge über mehrere Jahre aktiv sein und somit mehr Nitrat speichern. „Die Wildpflanzen bieten somit viele Vorteile, wie Nährstofffixierung, Nahrung für Bienen und Insekten, Rückzugsflächen und Äsung für wild lebende Tiere sowie Futtersubstrat für Biogasanlagen.“

Finanzielle Unterstützung

Die hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann nahm nach Angaben des Landvolkes die Förderung des Wildpflanzen-Projektes als Hausaufgabe mit nach Berlin. „Wie können wir das Miteinander schaffen“, stellte Connemann in den Raum. Nach Worten der Christdemokratin dürfe die finanzielle Unterstützung der Landwirte durch entsprechende Förderungen nicht wegfallen.

Um den Umwelt- und Naturschutz zu erhöhen, sei die Vernetzung aller Beteiligten bedeutend. Es sei wichtig, dass Jäger, Landwirte, Imker und Bürger gemeinsam an einem Tisch sitzen. „Je mehr desto besser und je länger desto besser“, merkte Connemann abschließend in Bezug auf Wildpflanzen und Blühwiesen an.

Weiterlesen: Ein Summen und Brummen auf Blühwiesen in Sögel


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