Datum für Jubiläum als Antrieb Gemeinde Heede lässt ihr Alter erforschen

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Auf der Webseite der Gemeinde Heede gibt es bereits allerlei Historisches nachzulesen. Foto: Maike PlaggenborgAuf der Webseite der Gemeinde Heede gibt es bereits allerlei Historisches nachzulesen. Foto: Maike Plaggenborg

Heede. Die Gemeinde Heede nimmt einen zweiten Anlauf: In einem Studienprojekt mit der Uni Osnabrück soll das wahre Alter des Dorfes ermittelt werden. Dafür hat sich der Rat einstimmig ausgesprochen. Ersten Schätzungen zufolge dürften erste Ansiedlungen um das Jahr 800 verortet sein.

Die Altersrecherche für das Umfeld Schärpenburg und um die tausendjährige Linde ist Teil des Dorfentwicklungsplans, wie Peter Stelzer vom Planungsbüro Regionalplan & UVP in der Sitzung sagte. Zuletzt habe sich der zuständige Arbeitskreis, der inzwischen seit knapp zehn Jahren besteht, im Januar 2017 mit dem Thema beschäftigt. „Wie wären auch schon fertig“, sagte Stelzer. Allerdings hatte die Gemeinde das Projekt zeitweise hinten angestellt. „Wir haben das nie aus den Augen verloren“, sagte Bürgermeister Antonius Pohlmann (CDU). Es hätten viele andere Projekte wie die Sanierung des Marktplatzes angestanden. Die Altersrecherche sei lediglich aufgeschoben worden.

Hinweise auf Wehrburg gesucht

Nun hat sich der Rat einstimmig für die Umsetzung eines Studienprojektes der Uni Osnabrück ausgesprochen. Und das ist geplant: Mithilfe moderner Technik sollen aus Indizien Beweise werden. „Im Jahr 834 gibt es einen Hinweis darauf, dass hier etwas passiert ist“, sagte Stelzer. Nach jetzigen Schätzungen bewege sich die Gründung des Dorfes um dieses Jahr. Fest steht: „Heede war ein wichtiger Stützpunkt am Rande der Geest zum Moor“ und damit strategisch wichtig, so der Geschäftsführer des Planungsbüros. Im Fokus der Studierenden, Doktoranden und weiteren Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen der Universität ist die Existenz der Schärpenburg und einer Wehrburg – „im Fachjargon Motte“, erklärte Stelzer. Sie ist eine hölzerne Burganlage, die zur Flucht der Heeder diente. Anlagen dieser Art seien vorübergehend aufgetaucht. Irgendwann habe es feste Anlagen gegeben. Im Bereich dieser Motte wie auch der Schärpenburg solle mit Raumkernsondierungen und Magnetometrie der Kohlenachweis via 14-C-Datierung erbracht werden: „Wenn die Wissenschaftler Holzreste im Boden finden, können die bis auf ein halbes Jahr sagen, wann das geschlagen wurde“, sagte Pohlmann, der sich nach eigenen Angaben privat mit der Geschichte der Gemeinde beschäftigt.

Projekt kostet 28.570 Euro

Für die Gemeinde fallen für die Altersrecherche Kosten in Höhe von 28.570 Euro an – „schon eine stolze Summe“, wie Hermann Krallmann, Fraktionsvorsitzender der SPD/FDP-Gruppe, sagte. „Das ist ein sehr moderater Preis“, entgegnete Stelzer. „Den Preis bekommt man in keinster Weise am Markt.“ Die Uni habe ein Eigeninteresse an dem Projekt. Deshalb sei es anders kalkuliert. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2019 beginnen und ein halbes Jahr dauern. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Otto Flint befürwortete die Altersrecherche. „Alle Dörfer drumherum haben ein Jubiläum“, sagte er. Auch für Heede müsse daher ein Alter festgelegt werden. Das sei ihm auch als Vorsitzender des Heimatvereins wichtig. „Ich buddele auch mit.“

(Weiterlesen: Heedes Bürgermeister will Dorfalter bestimmen lassen)


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