Verfahren gegen Jäger Wildschwein aus Ostdeutschland nach Wippingen gebracht

Meine Nachrichten

Um das Thema Dörpen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Bereits im Frühjahr hatte ein Bürger die Reste eines Wildschweins an einem Waldrand zwischen Neudörpen und Wippingen gefunden. Foto: Johann MüllerBereits im Frühjahr hatte ein Bürger die Reste eines Wildschweins an einem Waldrand zwischen Neudörpen und Wippingen gefunden. Foto: Johann Müller

Wippingen. Der Landkreis Emsland hat ein Verfahren gegen einen Jäger eingeleitet, der ein bei einer Jagd aus Ostdeutschland erlegtes Wildschwein in sein Revier Neudörpen/Wippingen gebracht hat. Den Kadaver des Tieres hatte der Jäger unzureichend auf einem Feld entsorgt.

Über den Fall hatte unsere Redaktion bereits im April berichtet. Ein Anwohner hatte am Rande eines kleinen Waldes zwischen Neudörpen und Wippingen die Reste des Wildschweins entdeckt und den Landkreis informiert. Verboten ist die Entsorgung von Resten eines Wildtieres in der Natur eigentlich nicht, ist aber nur dann erlaubt, wenn es auch im Revier zerlegt wurde.

Zudem gelten im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die derzeit vornehmlich n Osteuropa herrscht, Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehört nach Angaben des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, der an die Jäger verteilt wurde, auf eine Verwendung von Schwarzwild-Resten zur „Kirrung“ zu verzichten. Kirren ist eine Art „Lockfütterung“, meist in der Nähe eines Hochsitzes. Der Jäger lockt also mit einem Tierkadaver andere Tiere an, um sie dann abzuschießen.

Grünen-Kreistagsfraktion fragt nach

Zunächst war unklar, woher das Tier stammt, wo es geschossen und zerlegt worden war. Bei den weiteren Ermittlungen hat der Landkreis festgestellt, dass es bei einer Jagd in Mecklenburg-Vorpommern geschossen, dort aufgebrochen und unter Einhaltung der Vorgaben ins Emsland transportiert worden ist. Das geht aus einer Antwort von Landrat Reinhard Winter auf eine Anfrage der Grünen-Kreistagsfraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt. „Die Entsorgung der Reste des Wildschweines im Revier Wippingen ist nicht rechtmäßig und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Ein entsprechendes Verfahren wurde eingeleitet“, schreibt Winter.

Afrikanische Schweinepest in Belgien nachgewiesen

Udo Mäsker, Leiter des Büros des Landrates, bestätigte auf Anfrage den Vorgang. Er betonte, dass unerheblich sei, ob das Wildschwein nun in Ostdeutschland geschossen oder zerlegt worden sei oder in einem anderen fremden Revier. „Auch die ASP spielt hier keine Rolle“, so Mäsker.

In Deutschland gibt es noch keinen bestätigten Fall der Erkrankung, an der auch Haus- oder Mastschweine, beispielsweise in Mastställen, erkranken können. Allerdings haben am Donnerstag vergangener Woche Behörden bei Wildschweinen im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg und Belgien die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast sprach daraufhin von einer „handfesten Bedrohung vor der Haustür“. Mäsker betonte auf Nachfrage: „Die aktuellen Fälle aus Belgien haben im Hinblick auf die Schweinehaltung oder das Jagen von Wildschweinen derzeit keine Auswirkungen auf das Emsland.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN