Feuerwehr probt Unglücksszenario Neun fiktiv Vermisste bei Übung in Dersum

Von Jens Sievers

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jsie Dersum. Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften sind die Feuerwehren Dersum, Kluse, Heede, Dörpen und die Werkfeuerwehr Nordland Papier zu einer Einsatzübung auf dem Gelände der Firma Hero-Glas im Dersumer Industriegebiet ausgerückt.

Zu dem Großaufgebot mit mehr als 110 Einsatzkräften zählte auch die Technische Einsatzleitung Nord (TEL) des Landkreises Emsland. Dem Übungsszenario zufolge kam es wegen eines undichten Flüssigsalzbades zu Bränden im Kellerbereich in der Halle sechs. Das heiße Flüssigsalz ist brandfördernd und bildet nitrose Gase, sodass eine hohe Gesundheitsgefahr für Mitarbeiter und Einsatzkräfte bestand. Vier Mitarbeiter in der großen Werkshalle konnten sich – ebenfalls fiktiv – nicht mehr in Sicherheit bringen. Erschwerend hinzu kam die Gefahr der Brandausbreitung zur Halle fünf. Ein Ausbreiten der Flammen auf die Instandhaltungswerkstatt konnte nicht mehr verhindert werden. Dabei wurden drei der dort arbeitenden Mitarbeiter von den Flammen überrascht und in der Werkstatt eingeschlossen.

Lkw-Fahrer geriet in Panik

Durch anrückende Feuerwehrfahrzeuge geriet ein Lkw-Fahrer auf einem Parkplatz nahe der Werkshallen in Panik und steuerte seinen Sattelzug in dort abgestellte Glasständerböcke. Der Lkw-Fahrer wurde in seinem Fahrerhaus eingeklemmt und gerettet. Dazu wurde mithilfe der Seilwinde des Dörpener Rüstwagens zuerst ein Gabelstapler aus dem Weg gezogen, um einen Zugang zum Verunfallten zu bekommen.

Gegen 19.02 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Dersum mit dem Stichwort „Auslösung automatischer Brandmeldeanlage“ alarmiert. Als die ersten Kräfte eintrafen, erkannte der Einsatzleiter die Lage und erhöhte die Alarmstufe für die Feuerwehr Dersum und alle weiteren Feuerwehren der Samtgemeinde samt der Werksfeuerwehr von UPM Nordlandpapier auf „Industrie- und Gewerbebrand“.

Verletztensammelplatz und vier Einsatzabschnitte festgelegt

Für eine strukturierte Vorgehensweise bei solchen Einsatzszenarien wurden insgesamt vier Einsatzabschnitte seitens der TEL festgelegt. Ein Verletztensammelplatz wurde eingerichtet und eine Funkkanaltrennung je Einsatzabschnitt durchgeführt. Im Einsatzabschnitt eins und zwei rüsteten sich mehrere Trupps mit schwerem Atemschutz aus und suchten in der mit Disconebel verqualmten Halle nach vermissten Personen. Die Wasserversorgung wurde über auf dem Werksgelände befindlichen Saugbrunnen aufgebaut, um den Brand innen zu bekämpfen. Insgesamt sieben verletzte Mitarbeiter wurden zum Teil aus nur mit Leitern zugänglichen Bereichen gerettet und dem Rettungsdienst übergeben.

Behälter mit hochgefährlichem Stoff undicht

Ein undichter Behälter mit einem hochgefährlichen Stoff sorgte für einen weiteren Schadensfall. Den Einsatzkräften aus Kluse und der UPM-Werksfeuerwehr gelang es unter Einsatz von Chemikalienschutzanzügen im Einsatzabschnitt drei, den leckgeschlagenen Behälter abzudichten, sodass keine Gefahr mehr bestand. Zwei Mitarbeiter, die das undichte Ventil verschließen wollten, kamen mit dem Stoff in Berührung und lagen in unmittelbarer Nähe der Schadensstelle. Sie wurden in Sicherheit gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Im Einsatzabschnitt vier galt es, ein Übergreifen des Feuers auf eine benachbarte Halle zu verhindern. Dafür wurde die Drehleiter mit Wasserwerfer in Stellung gebracht.

Verantwortliche begeistert vom Ablauf der Übung

In der anschließenden Manöverkritik zeigten sich alle Verantwortlichen begeistert vom Übungsverlauf. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister und Dersumer Ortsbrandmeister Gerd Gruber dankte allen anwesenden Kräften für den Einsatz. Ein großer Dank galt auch dem Planungsteam, das diese Übung vorbereitet hatte. Feuerwehrausschussvorsitzender Hermann-Josef Santen und Ortsbürgermeister Hermann Coßmann zeigten sich sichtlich begeistert über die Schlagfertigkeit der fünf Feuerwehren in der Samtgemeinde Dörpen.


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