Neue Reinigungsanlage in Betrieb Papiermacher in Dörpen senken Wasserverbrauch

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pm/gs Dörpen. Die Dörpener Papierfabrik UPM Nordland hat eine neue Anlage für die Reinigung von Prozesswasser in Betrieb genommen, wodurch der Wasserverbrauch für die Papierproduktion gesenkt wird. Das Unternehmen spricht von einem „Pilotprojekt“.

Bei einem Besuch des damaligen SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Paschke im Juni 2017 hatte Werksleiter Klaus Reimann das mit Bundesmitteln geförderte Vorhaben vorgestellt. Wie Reimann seinerzeit erklärte, soll mithilfe der Anlage das Wasser für die Papierproduktion so gereinigt werden, dass es wiederverwendet werden kann.

Farbfrei und salzarm

Wie UPM Nordland Papier in einer Pressemitteilung zur nun erfolgten Inbetriebnahme erklärt, muss für die Papierproduktion feststoff- und farbfreies sowie salzarmes Wasser verwendet werden. Konventionelle Filtrationsverfahren könnten das Abwasser nicht in dem Maße behandeln, dass es in der Papierproduktion wiederverwendet werden kann.

Die innovative zweistufige Membrananlage entfernt dem Unternehmen zufolge mittels Ultrafiltration und Umkehrosmose alle Störstoffe eines Teilstromes des biologisch gereinigten Abwassers. „Bei dieser Behandlung können für die Papierproduktion nachteilige Störstoffe nahezu vollständig aus dem Wasser entfernt werden“, heißt es in der Mitteilung weiter.

570.000 Euro vom Bund

Da es ein solches Aufbereitungsverfahren in der Feinpapierherstellung bisher noch nicht gegeben habe, sei es vom Bundesumweltministerium als innovativ eingestuft und mit rund 570.000 Euro finanziell gefördert worden. Laut UPM kann neben der Reduzierung des Wasserbedarfes auch die Wärme in die Produktion zurückgeführt werden. Somit könne der Bedarf an Frischwasser und Energie erheblich verringert werden.

Die Wiederverwendung des gereinigten Prozesswassers führt UPM zufolge dazu, dass der Wasserbedarf des Unternehmens um rund 850.000 Kubikmeter pro Jahr reduziert werden kann. Darüber hinaus ergäben sich jährliche Energieeinsparungen von etwa 9500 Megawattstunden und eine CO2-Minderung von 1700 Tonnen.

Beitrag zur Standortsicherung

Die Technologie trägt nach Ansicht des Unternehmens nicht nur zur Umweltverbesserung, sondern auch zur Standortsicherung der Papierfabrik in Dörpen bei. Die Inbetriebnahme der Anlage sei aufgrund fehlender Referenzen und ihrer Komplexität sehr herausfordernd gewesen.

UPM Nordland Papier produziert ungestrichene und gestrichene Schreib- und Druckpapiere. Mit einer Jahreskapazität von 1,3 Mio. Tonnen ist sie nach eigenen Angaben einer der größten Produktionsstandorte für Feinpapier in Europa. In den vergangenen 15 Jahren sei der Wasserverbrauch bei der Nordland Papier GmbH bereits um 10 Prozent je produzierter Tonne reduziert worden und sei damit Benchmark in diesem Papiersegment. Erklärtes Ziel des Unternehmens sei es, die Umweltwirkungen seiner Produkte kontinuierlich zu verbessern und dabei führend in der Industrie zu sein.


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