Bitte um Gesundheit und für Angehörige Intime Gedanken stehen im Fürbittenbuch in Heede

Meine Nachrichten

Um das Thema Dörpen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Heede. Zwei Fürbittenbücher liegen in der Gebetsstätte Heede aus, eines in der St.-Marien-Kirche, ein weiteres in der St.-Antonius-Kapelle. In beiden bringen Gläubige ihre sehnlichsten Wünsche und intimsten Gedanken zu Papier.

Im Pfarrbüro der Kirchengemeinde St. Petrus, von wo aus die Gebetsstätte geleitet wird, stapeln sich lose DIN-A4-Blätter in mehreren Kartons. Beschrieben sind sie mit tausenden von Gebeten. Früher hatten sie Bücher, in denen sich Besucher verewigen konnten, doch es seien zu viele geworden, so dass sie auf Blätter umgestiegen sind, die sie in einen Ordner heften, der ausliegt, erklärt Pfarrer Johannes Hasselmann. Er lese die Gebete normalerweise nicht. Das würden die Schreiber aber auch nicht erwarten. Vielmehr würden sie ihre Gebete für sich selbst ausformulieren. Sie seien nicht zum Lesen gedacht, sondern für den Moment. „Es hilft manchmal ein Anliegen zu verschriftlichen um die Gedanken zu ordnen“, so der Geistliche. Nicht alle, die etwas auf dem Herzen haben, würden zu ihm in die Sprechstunde kommen, für sie gibt es das Fürbittenbuch. „Wer zur Gebetsstätte kommt, hat ein Anliegen“, sagt der Pfarrer. „Die meisten zünden eine Kerze an und schreiben in das Buch“, ergänzt er.

Bitte um Gesundheit

Die Gebete legen intime Gedanke offen. Jemand bittet um Hilfe bei einer chronischen Krankheit, oder darum dass die Therapie gegen den Krebs anschlägt oder eine anstehende Operation gut verlaufe. Einige formulieren ihre Bitte allgemeiner und fragen nach Gesundheit. Oft werden die Angehörigen in die Anrufe einbezogen. Die Gläubigen erbitten Schutz für ihre Kinder, aber auch sehr konkret darum, dass der Sohn oder die Tochter eine Prüfung bestehen möge oder dass sie einen Partner oder einen Job finden. Sehr private Schicksalsschläge finden sich auf den Blättern,aber auch der Wunsch eines Schreibers mit kindlicher Schrift, der möchte, dass der HSV wieder in die erste Bundesliga aufsteigt.

Bis zu 70 Blätter im Monat

Dabei sind die Gebete oft an die Gottesmutter Maria gerichtet. Die Gebetsstätte in Heede ist ein Marienwallfahrtsort. Pfarrer Hasselmann erklärt, dass im katholischen Glauben jedoch nicht Maria Wünsche und Gebete erhören kann. Sondern es sei ihre Aufgabe, als Fürsprecherin mit dem Anliegen des Gläubigen vor Gott zu treten. So ist die Zusatzformel „Empfiehl uns deinem Sohn“ zu erklären, die sich unter einigen Texten befindet.

Die Besucher beschreiben bis zu 70 Blätter pro Monat, die zunächst in Kartons gesammelt werden und dann im Archiv landen. „Wir schmeißen die Fürbitten nicht weg“, so Hasselmann.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN