„Wir machen alles falsch“ Dörpener Boulespieler bekommen Tipps vom Profi

Von Katharina Preuth


Dörpen . Die Hobby-Boulespieler aus Dörpen haben mit dem ausgebildeten Schiedsrichter Bernd Janßen aus Oldenburg trainiert und dabei neue Regeln und Techniken gelernt.

Schwer wiegt die glatte Eisenkugel, die, eingeklemmt zwischen Handflächen und den drei mittleren Fingern, ihren präzisen Weg zum Schweinchen finden soll. Möglichst nah an dieser sehr viel kleineren Kugel müssen die Wurfgeschosse liegen bleiben. Der Spieler, dem das am besten gelingt, gewinnt. So einfach könnte dieses Spiel sein, das in den letzten Jahren seinen Siegeszug von Frankreich bis ins Emsland angetreten hat. Ist es aber nicht, wie Janßen beweisen wird. Als Rentnersport verpönt, sind es dennoch hauptsächlich die Senioren, die große Boule-Fans geworden sind und sich zu mal mehr und mal weniger professionellen Spieler aufschwingen.

Nicht immer regelkonform

Die Dörpener spielen im Gegensatz zu Bernd Janßen und seiner Frau zwar auch mit großem Vergnügen, aber nicht immer regelkonform. Mit sehr strengem Blick kontrolliert der ausgebildete Boule-Schiedsrichter Fußstellung und Wurfbewegung. Leicht amüsiert beobachten die rund zwölf Spieler, die sich zur heutigen Lehrstunde eingefunden haben, sein Gebaren. „Wir machen anscheinend alles falsch“, zeigt sich Ingrid Hoppe nicht wirklich zerknirscht.

Chaos bei der Auslosung

Dass das Team oder der Einzelspieler gewinnt, der zuerst 13 Punkte hat, wissen hier alle, und auch, dass immer derjenige am Zug ist, dessen Kugel am weitesten vom Ziel entfernt liegt. Doch schon bei der Auslosung der Teams kommt es zum Chaos. Oft spielen hier einfach die Männer auf der einen Bahn und die Frauen auf der anderen. „So eine Trennung der Geschlechter habe ich noch nicht erlebt“, erklärt Janßen und versucht neue Mannschaften zu bilden. Dafür sollen alle zur gleichen Zeit in Richtung des Schweinchens werfen und aus der Lage der Kugel bestimmt Janßen, wer mit wem spielt. Doch nicht alle haben sich gemerkt, mit welcher Kugel sie geworfen haben und so klappt die Einteilung erst im zweiten Versuch.

Es geht um Taktik

Während des Spiels greifen Janßen und auch seine Frau immer mal wieder ein. „Es geht viel um Taktik. Ich muss im Blick haben, wie viele Kugeln der Gegner noch hat“, so der Boule-Profi. Außerdem versucht er zu erklären, dass der Werfer mit einem Schuss die Kugel des Gegners entfernen kann, indem er genau auf diese zielt. „Die andere Kugel fliegt dann weg, während die eigene genau dort liegen bleibt“, erklärt er.

In Frankreich gelernt

Das Ehepaar hat schon in Frankreich bei den Profis gelernt und nimmt auch an niedersächsischen Meisterschaften im Boule teil. „Die können schon was“, kommentiert Elisabeth Kruth. Eingeladen haben die Dörpener die beiden nicht, um auch in die Profiliga aufzusteigen, sondern um das Hobby besser zu beherrschen, betont Kruth. Sie würden sich natürlich auch über jüngere Spielbegeisterte freuen. Aber welcher Berufstätige habe schon nachmittags Zeit zum Boulen, fragt Hoppe. Dass vor allem Rentner sich für diesen Sport begeistern, liege auch daran, dass Boule körperlich nicht allzu anstrengend sei, aber dennoch Wettkampfcharakter habe, versucht sich Janßen an einer Erklärung.


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