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26.06.2018, 17:32 Uhr KOMMENTAR

Hausärztliche Urlaubsvertretung: Mehrwert für Patienten

Von Gerd Schade


Ein Hausarzt misst einer Patientin den Blutdruck. Mediziner in Papenburg, Dörpen und Rhede haben jetzt erstmals eine konzertierte Urlaubsvertretung organisiert. Symbolfoto: Bernd Weißbrod/dpaEin Hausarzt misst einer Patientin den Blutdruck. Mediziner in Papenburg, Dörpen und Rhede haben jetzt erstmals eine konzertierte Urlaubsvertretung organisiert. Symbolfoto: Bernd Weißbrod/dpa

Dörpen. In Papenburg, Dörpen und Rhede ist es dank der Initiative eines Hausarztes aus Heede erstmals gelungen, eine hausärztliche Urlaubsvertretung zu organisieren. Das Ergebnis ist ein Mehrwert für Patienten und Mediziner. Ein Kommentar.

Nicht meckern, sondern machen – diesen Grundsatz hat sich der Heeder Hausarzt Dr. Hans-Peter Leemhuis zu Herzen genommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und verspricht einen Mehrwert für Patienten und Mediziner.

Erstmals ist es dank seiner Initiative gelungen, unter fast 30 Praxen eine hausärztliche Urlaubsvertretung auf die Beine zu stellen. Wer weiß, wie Mediziner bei der Ferienplanung ihrer Praxis ticken und Patienten mit dem Standardhinweis „Vertretung durch den Kollegen vor Ort“ deshalb mitunter ins Leere laufen, mag ermessen können, wie hoch Engagement und Resultat zu bewerten sind.

Dabei klingt das Ganze für Außenstehende so naheliegend einfach und erscheint vor allem überfällig. Schließlich wissen Patienten oftmals nicht, welche Praxis im Urlaubsfall für eine Vertretungsbehandlung infrage kommt. Dasselbe gilt für Ärzte, weil sie nur selten die Praxisschließzeiten ihrer Kollegen kennen.

Offenbar aber hat in der Ärzteschaft bislang niemand den ernsthaften Versuch einer konzertierten Aktion gewagt. In erster Linie wäre gleichwohl die Kassenärztliche Vereinigung gefordert. Und doch hat es vielleicht etwas Gutes, dass nicht die Behörde, sondern jemand aus der Mitte der Mediziner den entscheidenden Anstoß gegeben hat. Wer weiß, wie hoch Akzeptanz und Resonanz andernfalls gewesen wären?

Wichtig ist im Sinne der Patienten nun, dass die Initiative kein Modell für nur einen Sommer bleibt. Die Plattform muss etabliert werden. Davon profitieren am Ende im Übrigen auch die Ärzte. Für sie besteht die Chance, dass die Arbeit in Ferienzeiten oder auch an Brückentagen auf mehreren Schultern verteilt werden kann. Und im besten Fall macht eine geregelte Urlaubsvertretung den Landarzt-Job ein Stück attraktiver.


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