zuletzt aktualisiert vor

Kreis: „Ausbreitung ist massiv“ Eichenprozessionsspinner in Lathen, Dörpen und Sögel entdeckt

Meine Nachrichten

Um das Thema Dörpen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Solche Nester des Eichenprozessionsspinners sind in diesem Jahr auch in Dörpen, Lathen und Sögel gefunden worden. Foto: Julian Stratenschulte/dpaSolche Nester des Eichenprozessionsspinners sind in diesem Jahr auch in Dörpen, Lathen und Sögel gefunden worden. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Dörpen/Lathen/Sögel. Der Eichenprozessionsspinner rückt im Landkreis Emsland weiter nach Norden vor. Erstmals wurden auch in den Samtgemeinden Lathen, Dörpen und Sögel Nester der für Menschen gefährlichen Raupe entdeckt.

Wie mehrfach berichtet, sind die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner (EPS) giftig und können bei Menschen Ausschläge und allergische Schocks auslösen. Voll ausgebildete Raupen haben rund eine halbe Million Brennhaare – diese brechen leicht und werden vom Wind durch die Luft getragen. Durch den schnellen Wechsel von Minusgraden zu hohen Temperaturen im Frühjahr sind die Raupen deutlich eher und viel schneller geschlüpft als in den vergangenen Jahren. Außerdem rücken sie in der Region immer weiter nach Norden vor.

Das geht aus einer Rückmeldung von Anja Rohde, Sprecherin des Landkreis Emsland, hervor. Sie berichtet: „Die ersten Meldungen über den EPS gingen in diesem Jahr am 22. Mai ein. Die Samtgemeinden Sögel, Dörpen und Lathen meldeten zum ersten Mal Befallsherde und sind aktuell die nördlichsten betroffenen Orte.“ Rohde nennt auch konkrete Zahlen für das Kreisgebiet: „In der 21. Kalenderwoche (KW) wurden ab 22. Mai insgesamt 15 Befallsherde gemeldet. In der 22. KW waren es 94 Befallsherde, in KW 23 insgesamt 193 und in KW 24 bis zum 14. Juni insgesamt 258 Befallsherde.“

Nester größer als in den Vorjahren

Auffällig sei in diesem Jahr die Zunahme bei Nestgrößen und Anzahl der Tiere pro Baum. „Zudem wurde beobachtet, dass bereits abgesaugte Bereiche nach einigen Tagen wieder befallen waren“, so Rohde. Da die Ausbreitung massiv ist, können einige Schädlingsbekämpfungsfirmen im Emsland die Vielzahl der Meldungen nicht mehr zeitnah abarbeiten. Viele haben zu Jahresbeginn aufgrund der Erfahrungen im vergangenen Jahr Personal eingestellt, dennoch reichen die Kapazitäten nicht aus, weil ein derart starkes Aufkommen nicht abzusehen war.

(Weiterlesen: Eichenprozessionsspinner: Nester noch monatelang gefährlich)

Dennoch weisen einige Firmen darauf hin, dass sie noch Termine vergeben und insbesondere diejenigen Betroffenen bevorzugen, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, zum Beispiel wegen einer chronischen Atemwegserkrankung. Auch Landkreis-Sprecherin Anja Rohde betont, dass wegen der Vielzahl der auftretenden Nester „bevorzugt in Risikobereichen wie Kindergärten, Schulen, Bushaltestellen und auf Schulwegen abgesaugt wird“. Erst im Juli ist mit einer Entspannung der Lage zu rechnen. Dann beginnt die Verpuppung der Raupen, im August schlüpfen die Eichenprozessionsspinner als nachtaktive Falter.

Landkreis-Mitarbeiter beantworten Fragen

Der Landkreis Emsland informiert und berät Bürger umfassend über den EPS, seine Bekämpfung und die möglichen Gefahren. Dafür stehen zwei Mitarbeiter im Fachbereich Gesundheit bereit. Sie sind unter den Telefonnummern 05931/442187 und 05931/441187 sowie unter den E-Mail-Adressen stephanie.korfage@emsland.de und christoph.nefe@emsland.de zu erreichen.

(Weiterlesen: Was tun bei Kontakt mit gefährlicher Raupe?)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN