Programm will Zugriff auf Daten Dörpen: Samtgemeinde-App laut Verlag unbedenklich

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Ohne die Zustimmung für den Datenzugriff können Android-Nutzer die App der Samtgemeinde Dörpen nicht herunterladen. Foto: Maike PlaggenborgOhne die Zustimmung für den Datenzugriff können Android-Nutzer die App der Samtgemeinde Dörpen nicht herunterladen. Foto: Maike Plaggenborg

Dörpen. Der Datenschutz ist wegen der neu in Kraft getretenen EU-weit gültigen Grundverordnung noch in aller Munde. Die kürzlich veröffentlichte App der Samtgemeinde (SG) Dörpen allerdings verlangt vor der Installation die Zustimmung für den Zugriff auf Standortdaten sowie auf Fotos, Medien und Dateien. Der herausgebende Verlag ordnet das als unbedenklich ein.

„Dörpen benötigt Zugriff auf Standort, Fotos/Medien/Dateien“, zeigt der Google-Play-Store allen Nutzern eines Smartphones mit dem Android-Betriebssystem an. Ein Entkommen gibt es nicht. Wer nicht einwilligt, kann die App nicht herunterladen. Warum nicht? „Das ist Google-Play-Logik“, sagt Christian Böhlefeld, Geschäftsführer der BVB-Verlagsgesellschaft, die die Anwendung erstellt hat. Die Entscheidung darüber fälle das Unternehmen. Er versichert: „Wir können das nicht beeinflussen“. Und: „Wir tracken nichts und speichern nichts zwischen“. Google hingegen würde den Standort des Nutzers abrufen, wenn dieser den Bereich Wirtschaft in der App nutze. Wer sich dort ein Unternehmen anschaue, bekomme auf einer Karte angezeigt, wo es sich befinde und wie weit die Entfernung vom eigenen Standort ist. „Die Daten gehen zu Google Maps“, so Böhlefeld weiter.

Prüfung durch Landesdatenschutzbeauftragte

Der von Googles Play-Store angekündigte Zugriff auf Fotos, Medien und Dateien hat dabei bisher keine Relevanz, denn die entsprechende Funktion in der App sei derzeit ausgeschaltet, sagt Böhlefeld. Sie beziehe sich auf das App-Modul Schadensmeldung. Technisch sei es damit möglich, beispielsweise Bilder von defekten Straßenlaternen an die Samtgemeinde zu übermitteln. Die Firma BVB lasse derzeit durch eine Anfrage bei der Landesbeauftragten für den Datenschutz, Barbara Thiel, prüfen, inwiefern sie für die Betroffenenrechte zuständig ist, heißt: Es muss geklärt werden, ob die BVB oder die Kommune für Informationspflichten, Auskunftsrechte oder auch das Recht auf Löschung von gespeicherten Daten verantwortlich ist, wie Böhlefeld weiter mitteilt.

Nicht betroffen von einer generellen Zusage beim Herunterladen der Dörpen-App sind Apple-Nutzer, die mit dem Betriebssystem iOS funktionieren. „Apple fragt erst, wenn der Zugriff nötig wird“, sagt Böhlefeld. Er findet den Gebrauch der Anwendung für Android-Smartphones nicht problematisch und meint, dass sie „datenschutztechnisch aus unserer Sicht völlig unbedenklich“ ist.


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