Übung an der Waldstraße Gebäudebrand: Feuerwehr Dörpen probt Ernstfall

Von Jens Sievers


jsie Dörpen. Unter dem Stichwort „Schuppenbrand in der Waldstraße“ hat die Feuerwehr Dörpen eine Übung absolviert. Bereits auf der Anfahrt wurde bei dem Szenario die Alarmstufe seitens der Rettungsleitstelle auf „Gebäudebrand mit Menschenleben in Gefahr“ erhöht.

Laut aufmerksamen Nachbarn waren noch drei Menschen im Gebäude. Zudem breitete sich das Feuer des zuerst brennenden Schuppens auf Teile des Gebäudes aus. Beim Eintreffen des ersten Fahrzeugs rüsteten sich zwei Trupps mit schwerem Atemschutz aus, um das Gebäude nach den Vermissten abzusuchen.

Unklare Lage

Zuvor machte sich der Gruppenführer ein Bild der unklaren Lage des weitläufigen Grundstücks mit mehreren kleinen Gebäuden und Anbauten. Während der Erkundung stellte er fest, dass es ein Bewohner bis zum Fenster im ersten Obergeschoss geschafft hat und lautstark um Hilfe rief. Sofort schickte der Gruppenführer einen Feuerwehrmann zur Betreuung des Hilfesuchenden. Die Übung sah vor, dass alle Außentüren des Gebäudes verschlossen waren, sodass eine geeignete Zuwegung geschaffen werden musste. Dafür wurde die Hauseingangstür aufgebrochen.

Unter Nullsicht abgesucht

In der Zwischenzeit waren auch die nachrückenden Kräfte am Einsatzort. Mit allen verfügbaren Atemschutztrupps wurde das gesamte Gebäude bei Nullsicht abgesucht. Disconebel und Rauchpatronen erschwerten zudem die Sicht so sehr, dass nur mithilfe einer Wärmebildkamera vorgegangen werden konnte. Mit der Drehleiter stellten die Einsatzkräfte einen zweiten Flucht- und Rettungsweg her.

Über Steckleiter gerettet

Die Wasserversorgung wurde vom rund 100 Meter entfernten Hydranten aufgebaut, sodass eine ausreichende Wassermenge zur Verfügung stand. Die Bewohner am Fenster konnten über eine Steckleiter gerettet werden. Eine weitere Person wurde nach kurzer Zeit aus dem Gebäude gerettet.

Rauchgasdurchzündung im Keller

Während ein Trupp noch im Gebäude nach dem dritten Vermissten suchte, wurde eine sogenannte Rauchgasdurchzündung im Keller eingespielt. Der Gruppenführer erkannte die drohende Lageänderung und rief sofort alle Feuerwehrleute aus dem Gefahrenbereich zurück. Bei einer Rauchgasdurchzündung verbrennen plötzlich Pyrolysegase, welche durch das Abbrennen der Einrichtung von Holz und Kunststoff der Einrichtung gebildet werden. In der Regel entsteht eine solche Durchzündung in geschlossenen Räumen mit plötzlicher Anreicherung von Sauerstoff und stellt eine besondere Gefahr für die Einsatzkräfte dar.

Mit Löschschaum bekämpft

Als die Gefahr gebannt war, gelang es den Atemschutztrupps, auch die letzte vermisste Person zu retten. Der Brand im Keller konnte mit Löschschaum erfolgreich bekämpft werden. Die Übung wurde nach eineinhalb Stunden erfolgreich beendet. Die Feuerwehr bedankt sich bei der Gemeinde Dörpen für das Bereitstellen des Gebäudes. An der Übung war neben der Feuerwehr Dörpen, die mit fünf Fahrzeugen und 30 Einsatzkräften vor Ort war, auch ein Rettungswagen des Malteser Hilfsdienstes zur Absicherung der Einsatzkräfte beteiligt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN