Mehr als sechs Jahrzehnte zusammen Dörpen: Ehepaar Bollingerfähr feiert Diamantene Hochzeit

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Dörpen. Seite an Seite gehen Helene und Theo Bollingerfähr seit mehr als 60 Jahren durchs Leben. Geheiratet haben sie am 30. April 1958.

Anfang 20 ist Helene Bollingerfähr, als ihr Weg den ihres künftigen Ehemannes in Dörpen kreuzt, wie er berichtet. Helene Bollingerfähr ist „in Stellung“, wie das damals heißt, also eine Art Haushaltshilfe bei der Inhaberfamilie eines Kolonialwarengeschäftes gegenüber der Kirche. Theo Bollingerfähr wohnt gleich in der Nachbarschaft. Ihre Wege treffen sich, sie werden ein Paar. Theo Bollingerfähr, der zunächst viele Jahre als Maurer arbeitet, begleitet seitdem nicht nur seine Frau, sondern auch sein Motorrad. Mit einer 150er Sachs Express hat er sie ausgefahren, erinnert sich der 84-Jährige. 1952 habe er die Maschine bekommen und mit seiner Zukünftigen Touren nach Leer-Logabirum oder zu den Dörenther Klippen nach Ibbenbühren unternommen. Viel Zeit dafür bleibt damals nicht. Der Dörpener arbeitet viel. „Ich bin die ersten Jahre immer mit dem Rad zur Arbeit gefahren“, sagt er. Und die ist immer woanders – mal in Aschendorf, mal in Renkenberge. „Urlaub gab es damals nicht“ und „die Leute haben wenig verdient“, blickt Theo Bollingerfähr zurück. Ehefrau Helene machte ihre Arbeit damals im Tausch gegen Kost und Logis.

Ihr Haus in Dörpen bauen die Bollingerfährs Stück für Stück auf

Aber die Zeiten werden allmählich besser für beide. Zwei Jahre nach der Hochzeit fangen sie an, in Dörpen zu bauen – allerdings peu á peu. Immer gerade so, wie es die Finanzlage zulässt. „Damals brauchte man einen, der bürgt. Sonst kriegte man kein Geld“, sagt Theo Bollingerfähr. Anfangs stand der Kohleherd deshalb im Wohnzimmer. „Der hat ja auch geheizt“. Wenn Helene Bollingerfähr an diese Zeit zurückdenkt, ist Freude nicht ihr erster Gedanke: „Was haben wir uns gequält!“, sagt sie heute. Große Freude allerdings hat und hatte die gebürtige Rhederin immer an Handarbeiten und Kindern. „Häkeln ist mein bestes Stück“, sagt sie, und das verraten auch die Deckchen und Accessoires im Haus des Paares. Heute kann sie das Hobby aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Ihr Leben lang ist die 86-Jährige Hausfrau und Mutter gewesen, hat nebenbei diverse Aushilfstätigkeiten gehabt und war außerdem Tagesmutter. Darin war sie offensichtlich sehr gut, denn noch heute bekommt sie Besuch von zwei Schützlingen, die sie vor einem viertel Jahrhundert betreut hat. „Hier waren immer Kinder“, sagt Helene Bollingerfähr – natürlich auch die eigenen drei, die besagte Kinder irgendwann als eigene Geschwister ansahen, trotz eines großen Altersunterschiedes.

Drei Kinder und fünf Enkelkinder

Die eigenen Kinder des Paares sind heute zwischen 50 und 59 Jahren alt – zwei wohnen ebenfalls in Dörpen, eines in Emden. Sie haben dem Paar insgesamt fünf Enkelkinder beschert: drei Jungs, zwei Mädchen, die zwischen 15 und 26 Jahre alt sind. Und alle Kinder im Hause Bollingerfähr kamen in den Genuss des Tatendrangs von Vater und Opa Theo, der das Heimwerken und Holzarbeiten sein Leben lang ein Hobby nennt. „Er hat immer Mühlen gebaut“, nennt seine Frau ein Beispiel. Eine davon steht im Garten. Sie ist 45 Jahre alt. Und auch das Motorradfahren blieb immer präsent. Damals hat er „seine Älteste“ immer darauf mitfahren lassen. Bis vor drei Jahren noch ist er damit unterwegs. Seitdem altert sie in der Garage vor sich hin, erzählt der Dörpener, der als Maurer zeitweise auch im Ruhrgebiet arbeit, später aber zu Nordland wechselt und dort bis zur Rente 1996 bleibt. „Die Stadt wäre nie was für mich gewesen“, sagt er. Theo Bollingerfähr bleibt dorf- und kirchverbunden. Er ist als junger Mensch erster Hauptmessdiener. Später hilft er beim Neubau der Kirche mit – „vom ersten bis zum letzten Tag“ und auch beim Hochziehen der Glocke.

Nach inzwischen mehr als sechs gemeinsamen Jahrzehnten begeht das Ehepaar Bollingerfähr am 30. April seine Diamantene Hochzeit zunächst mit einem Dankwortgottesdienst. Im Anschluss wird mit rund 50 Gästen – Geschwister, Nachbarn und Familie – gefeiert.


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