Projekt zum Thema Fake News Dörpener Gymnasiasten wagen sich an Faktencheck

Meine Nachrichten

Um das Thema Dörpen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Von den Teilnehmern und Organisatoren der Faktenwerkstatt bekam die Redaktion der Ems-Zeitung unter anderem die Kritik, dass der Lokalteil gut gegliedert, der Sportteil aber zu fußballlastig sei. Foto: Maike PlaggenborgVon den Teilnehmern und Organisatoren der Faktenwerkstatt bekam die Redaktion der Ems-Zeitung unter anderem die Kritik, dass der Lokalteil gut gegliedert, der Sportteil aber zu fußballlastig sei. Foto: Maike Plaggenborg

Dörpen. Wie man Fake News erkennt und wie leicht es ist, sie innerhalb weniger Minuten zu produzieren haben Schüler der Gymnasiums Dörpen in einem Zwei-Tage-Projekt des Vereins Politik zum Anfassen erlebt. Die Redaktion der Ems-Zeitung steuerte echte Beispiele bei und stellte sich Fragen und Kritik der Zehntklässler.

Fake und Fakt sehen auf den ersten Blick nicht nur als Wort ähnlich aus. Auch Fake News, also Falschmeldungen, sind für manche Leser nicht auf Anhieb zu erkennen. Und das ist gewollt so, glaubt man der Beschreibung des Dudens, wonach solche Meldungen „in manipulativer Absicht“ verbreitet werden. Auch der Ems-Zeitung ist ein solcher Fall im Februar 2017 untergekommen. Ein Facebook-Nutzer hatte sich bei unserer Redaktion über das soziale Netzwerk nach unserer Kenntnis über eine getötete Frau in Aschendorf erkundigt. Ein Anruf bei der Polizei ergab schnell: Da war nichts. Doch das Gerücht wurde schließlich online weiterverbreitet – auch drei Wochen später noch. Am Ende wusste das Internet: Eine Prostituierte namens „Nicole“sei von Flüchtlingen in einer Wohnung über einem Grillrestaurant in Aschendorf getötet worden. Viel Blut sei auch dabei gewesen. Die Polizei brachte es auch bei der nächsten Recherche auf den Punkt: „Völliger Quatsch“, hieß es. Nichts von all dem stimmte.

„Wir haben kein Facebook“

Auch den Schülern, die an der Faktenwerkstatt teilgenommen haben, ist der unkontrollierte Empfang dubioser Inhalte nicht fremd – allerdings nicht über Facebook. „Wir haben kein Facebook“, sagt eine Schülerin. Nur ein Schüler bekannte sich als Nutzer. Vieles verbreite sich über Whatsapp-Gruppen, beispielsweise Kettenbriefe oder auch die vermeintliche Nachricht über herumgeisternde Killerclowns in Dörpen oder andernorts im Herbst 2016, berichten die Projektteilnehmer. Oder via Instagram – womit sich Fotos oder Videos teilen lassen – wie auch Snapchat – ein Online-Dienst zum Verschicken von Nachrichten untereinander oder von Fotos und Videos, die dort nur kurz angezeigt werden. Grundsätzlich zeichnet sich bei den Schülern Skepsis gegenüber Inhalten aus dem Web ab. „Es gibt, glaube ich, viele Texte im Netz, die sehr bewertend geschrieben sind“, meint Ines. Eine andere Schülerin sagt: „Die Quellenangaben sind wichtig“.

Im Zweifel bei der Polizei informieren

Um Fake News zu entlarven, könne eine Google-Suche helfen, berichtet eine weitere Faktencheckerin aus der Runde. Dort bestehe die Möglichkeit, bereits korrigierte Berichte über eine falsche Nachricht zu finden. Vroni Kiefer, Projektmanagerin des durchführenden Vereins Politik zum Anfassen, empfiehlt, etwa bei einem mutmaßlichen Amoklauf: „In solchen Fällen solltet ihr Euch bei der Polizei informieren“. Die sei auf allen relevanten Online-Kanälen aktiv und kläre dort auf, darunter auch bei Twitter und weiteren genannten Diensten. An zwei Vormittagen haben sich die Schüler mit wahren und falschen Nachrichtenmeldungen und manipulierten Bildern befasst. Außerdem machten sie Filme über die behandelten Themen und beschäftigten sich mit journalistischer Arbeit in der Region. Die Projekttage, die am Dörpener Gymnasium als größter Teil einer Präventionswoche mit Themen wie Zivilcourage, Gesundheit oder auch (Cyber-)Mobbing, stattfand, wurden von der Robert-Bosch-Stiftung finanziert. 35 Schüler haben an der Faktenwerkstatt des Vereins aus Hannover, Politik zum Anfassen, teilgenommen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN