Vom Anbau bis zur Ernte Dörpener Heimatfreunde pflanzen mit Schülern Kartoffeln

Von Gerd Schade


Dörpen. Zusammen mit Dörpener Heimatfreunden haben mehr als 60 Erstklässler am Mittwoch von Hand zentnerweise Kartoffeln gepflanzt. Die Aktion auf einem Acker im Uppel hat in Dörpen längst Tradition und ist mit dem Pflanzen keineswegs beendet.

In regenfester Kleidung, mit Gummistiefeln an den Füßen und mit Eimern bewaffnet rücken 62 Mädchen und Jungen der drei ersten Klassen der Grundschule Dörpen an. Auf dem Feld zieht Hans Brauer mit seinem liebevoll gepflegten Magirus-Traktor und einem historischen Pflug die Reihen für die Pflanzkartoffeln. Unterstützt wird er von Hermann Hackmann.

Sieben Zentner der Sorte Belana

Sieben Zentner der Sorte Belana, eine festkochende Kartoffelart, die idealerweise im April in die Erde kommt, haben die Mitglieder des Heimatvereins besorgt. Zusammen mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverein führen sie die Aktion bereits zum 13. Mal durch. Hackmann und Brauer, der Jahr für Jahr seine Maschinen zur Verfügung stellt, ist von Anfang an dabei.

„Wir zeigen den Kreislauf der Kartoffel vom Anbau bis zur Ernte“, erklärt Hermann Korte vom Heimatverein. Wie der frühere Dörpener Samtgemeindedirektor im Gespräch mit unserer Redaktion weiter erläutert, werden die Schüler im Herbst auf den Acker zurückkehren und bei der Ernte helfen. Auch zum Sortieren der Kartoffeln im Heimathaus werden die Mädchen und Jungen herangezogen. Danach werden sie mit selbst gemachten Kartoffelpuffern und Apfelmus belohnt. Die Heimatfreunde verkaufen die verbleibenden Erdäpfel schließlich für einen guten Zweck. Der Erlös fließt Jahr für Jahr an die Grundschule. Sie investiert das Geld beispielsweise in die mediale Ausstattung der Unterrichtsräume.

Eine Kartoffel nach der anderen

Unterdessen haben Josephine Bach, Anouk Morrison und Laila Zorn einige Pflanzkartoffeln in ihre Eimerchen gefüllt und stiefeln damit – angeführt von Heinrich Speller und Rudi Wacker vom Heimatverein – auf den Acker. In die von Traktor und Pflug gezogenen Furchen legen sie in einem bestimmten Abstand eine Kartoffel nach der anderen ab.

Insgesamt gut 5000 Quadratmeter umfasst das Feld. Von den Heimatfreunden für den Kartoffelanbau bewirtschaftet wird allerdings nur etwa ein Drittel (1800 Quadratmeter). Wie Korte erklärt, haben die Heimatfreunde den größeren Teil der Fläche der Jägerschaft überlassen. „Sie nutzen sie für Wildkräuter“, sagt Korte.

Nicht aus der Tüte

Edmund Slawik, Lehrer von Josephine, Anouk und Laila, findet „die ganze Aktion klasse“. Dadurch lernten die Kinder nicht nur, wie früher Kartoffeln gepflanzt wurden, sondern vor allem, dass Kartoffelbrei nicht als Pulver aus der Tüte kommt und Kartoffeln nicht an Bäumen wachsen. Der Ausflug auf den Acker mit Praxisbezug ist Slawik zufolge Bestandteil des Sachkundeunterrichts an der Schule, die kürzlich ihr 80-jähriges Bestehen feierte, und seit Jahren fest im Unterrichtsplan verankert.

Enkelin trifft Großvater

Davon profitiert auch Lina Wiebeziek. Die sechsjährige Erstklässlerin traf auf dem Acker ihren Großvater Hermann Wiebeziek. Er ist nicht nur Ehrenvorsitzender des Heimatvereins, sondern leitet Hermann Korte zufolge nach wie vor die Mittwochs-Arbeitsgruppe der Heimatfreunde, die die Kartoffelpflanzaktion initiiert hat. Lina liebt Kartoffeln, wie sie auf Nachfrage nickend bestätigt. „Und wie“, fügt ihr Großvater hinzu. „Am besten sind die aus dem eigenen Garten.“