Entsorgung in Natur nicht verboten Neudörpener findet an Waldrand Kadaver eines Wildschweins

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Die Reste eines Wildschweins hat der Neudörpener Johann Müller an einem Waldrand zwischen Neudörpen und Wippingen gefunden. Foto: Johann MüllerDie Reste eines Wildschweins hat der Neudörpener Johann Müller an einem Waldrand zwischen Neudörpen und Wippingen gefunden. Foto: Johann Müller

Neudörpen. Der Neudörpener Johann Müller hat in der Nähe seines Wohnortes den Kadaver eines Wildschweins gefunden. Verboten ist die Entsorgung von Resten eines Wildtieres in der Natur nicht. Im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest gelten allerdings Vorsichtsmaßnahmen.

Eigentlich wollte Müller Nutrias fotografieren, die seiner Auskunft nach an einem Entwässerungsgraben das Erdreich beschädigt hatten. Dabei entdeckte er am Rande eines kleinen Waldes zwischen Neudörpen und Wippingen die Reste des Wildschweins. „Das Verbuddeln von Kadavern in Zeiten, in denen man die Schweinepest fürchtet und davor gewarnt wird, Speisereste in der Landschaft zu entsorgen, halte ich für nicht in Ordnung“, teilte der Neudörpener unserer Redaktion mit. Nachdem er den Landkreis informiert hatte, wurde der Kadaver Müller zufolge am folgenden Tag abgeholt.

Anja Rohde, Sprecherin des Landkreis Emsland, bestätigte auf Anfrage, dass die verbliebenen Reste des Tieres durch den Jagdausübenden entsorgt worden. „Nach Überprüfung handelte es sich um ein waidmännisch zerteiltes Tier, sodass von einem geschossenen Wildschwein auszugehen ist“, heißt es aus dem Kreishaus in Meppen. Verboten sei es nach dem Bundesjagdgesetz nicht, Tierreste in der freien Natur zu belassen. „Nach guter jagdlicher Praxis ist es erlaubt, Tiere oder Teile von Tieren im Revier zu entsorgen, wenn Tiere im Revier zerlegt werden“, so Rohde.

Entsorgung in der Natur bei sichtbaren Erkrankungen verboten

Es gibt allerdings Ausnahmen. Finde die Zerlegung im Haushalt des Jägers statt, seien die Tierkörperteile, die nicht verwendet werden können, „nach Abfallrecht zu entsorgen“, so die Sprecherin. Wo das besagte Tier im Bereich Neudörpen/Wippingen zerlegt wurde, ist unklar. Zweite Ausnahme: „Liegen Hinweise auf übertragbare Krankheiten vor, ist die unschädliche Beseitigung der Kadaver oder davon gewonnener Teile ausschließlich in zugelassenen Verarbeitungsbetrieben für tierische Nebenprodukte (Tierkörperbeseitigungsanstalten) durchzuführen“, so die Sprecherin. Zudem müsse das Wild zur amtlichen Fleischuntersuchung beim Landkreis Emsland angemeldet werden.

Jäger seien ausreichend geschult, um solche bedenklichen Merkmale zu erkennen. „Da in diesem konkreten Fall keine bedenklichen Merkmale erkennbar waren, muss der Tierkörper nicht beseitigt werden, sondern darf im Wald verbleiben.“ Einen Vorwurf gibt es an den Jäger seitens des Landkreises allerdings doch. „Im konkreten Fall hätte das Schwarzwild tiefer eingegraben werden müssen, um sicherzustellen, dass es nicht frei gelegt werden kann“, so Rohde.

Möglichst auf „Lockfütterung“ verzichten

An dem generellen Vorgehen hat auch die Afrikanische Schweinepest (ASP) nichts geändert. Es gibt allerdings Vorsichtsmaßnahmen. „Da die Jägerschaft durch den Landkreis Emsland über die Afrikanische Schweinepest (ASP) informiert worden ist, sind die Jäger hier im Umgang mit Fallwild und geschossenem Wild sensibilisiert“, teilte die Landkreis-Sprecherin mit. Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehört einer Information des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, der an die Jäger verteilt wurde, auf eine Verwendung von Schwarzwild-Resten zur „Kirrung“ zu verzichten. Kirren ist eine Art „Lockfütterung“, meist in der Nähe eines Hochsitzes. Der Jäger lockt also mit einem Tierkadaver andere Tiere an, um sie dann abzuschießen.


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