Lange gegen Leukämie gekämpft Walchumerin Conny Kappen verstorben

Von Daniel Gonzalez-Tepper

In der selbst gebauten „Hollywoodschaukel“ im heimischen Garten genoss Conny Kappen gerne die Zeit, wenn sie einmal das Klinikum in Oldenburg verlassen konnte. Bei einem Besuch unserer Redaktion im April 2017 noch mit Hund Holly. Foto: Daniel Gonzalez-TepperIn der selbst gebauten „Hollywoodschaukel“ im heimischen Garten genoss Conny Kappen gerne die Zeit, wenn sie einmal das Klinikum in Oldenburg verlassen konnte. Bei einem Besuch unserer Redaktion im April 2017 noch mit Hund Holly. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Walchum. Die Walchumerin Conny Kappen ist im Klinikum Oldenburg verstorben. Die 42-Jährige kämpfte seit Januar 2017 gegen Leukämie und hatte die Blutkrebs-Erkrankung eigentlich besiegt. Letztlich war es eine andere Erkrankung, die zum Tod führte.

Kappen war vergangene Woche Dienstag in ein künstliches Koma gelegt worden. Bereits seit Februar litt sie an einer Lungenentzündung, die ihr zunehmend die Kraft raubte und das Atmen erschwerte. Das Koma sollte ihrem Körper die Kraft geben. Am Dienstagmittag jedoch starb sie an den Folgen der Lungenentzündung.

Stammzellenspenden im April und Dezember 2017

Die Walchumerin hatte im Januar 2017 gemeinsam mit dem Verein Leukin ihr Schicksal öffentlich gemacht und zu Stammzellenspenden aufgerufen. Und das mit Erfolg: Zu einer Typisierungsaktion in ihrem Heimatort kamen im Februar 2017 insgesamt 1249 Menschen, außerdem wurden rund 30.000 Euro gespendet, um die Stammzellen analysieren zu lassen.

Sie selber fand zwei Mal einen „genetischen Zwilling“, die Transplantationen fanden im April und Dezember 2017 statt. War die erste Stammzellenspende noch nicht von Erfolg gekrönt, sah es bei der zweiten besser aus. Ihr Körper hatte die Zellen angenommen. Ihr Immunsystem war allerdings noch nicht wieder so weit aufgebaut, dass es mit der Lungenentzündung klarkommen konnte, die Kappen in diesem Februar bekam.

(Weiterlesen: Conny Kappen: Heimaturlaub vor schwersten Tagen ihres Lebens)

Unermütlich über Leukämie und Typisierungen aufgeklärt

Während der gesamten Zeit wurde Conny Kappen nicht müde, öffentlich über Leukämie und die Wichtigkeit von Typisierungen zu informieren. Das tat sie mehrfach im Gespräch mit unserer Redaktion und über das soziale Netzwerk Facebook. In der Gruppe „Mein Leben auf 2,5 Quadratmeter – da ist für die AML kein Platz“ berichtete sie regelmäßig aus ihrem Leben und über ihren jeweiligen Gemüts- und Gesundheitszustand, zuletzt in den ersten April-Tagen. AML steht für Akute myeloische Leukämie und ist die häufigste Form akuter Leukämien bei Erwachsenen.

An ihrer Seite standen ihr Ehemann Manfred und die Kinder Tristan und Tamea. Manfred Kappen war auch mit den Veröffentlichungen unserer Redaktion einverstanden und hat auch diesem Nachruf zugestimmt.

Trauerfeier voraussichtlich am Samstag

Eine für alle offene Trauerfeier wird es voraussichtlich am Samstag ab 14 Uhr in der Steinbilder Kirche geben, Details werden noch bekannt gegeben. Die Urnenbeisetzung wird zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis stattfinden.

(Weiterlesen: Conny Kappen feiert ersten Geburtstag nach Leukämie-Diagnose)