Unzureichender Brandschutz? PETA erstattet Anzeige nach Brand in Stall in Neudörpen

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Bei dem Großbrand in einem Schweinestall am Montag in Neudörpen in der Samtgemeinde Dörpen sind alle 460 Tiere verendet. Es entstand ein Sachschaden von rund 500.000 Euro. Foto: Daniel Gonzalez-TepperBei dem Großbrand in einem Schweinestall am Montag in Neudörpen in der Samtgemeinde Dörpen sind alle 460 Tiere verendet. Es entstand ein Sachschaden von rund 500.000 Euro. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Neudörpen. Die Tierrechtsorganisation PETA hat nach dem Brand in einem Schweinestall in Neudörpen, bei dem am Montag alle 460 Schweine verendet sind, am Freitag Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück gestellt. Sie wirft dem Betreiber unzureichende Brandschutzmaßnahmen vor.

Das teilte PETA am Freitag mit. „Dadurch wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Schweine bei einem Feuer ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen“, heißt es ein einer Mitteilung.

Wie berichtet, konnten die 460 Tiere nach Ausbruch des Feuers nicht rechtzeitig evakuiert werden, auch, weil sich auf dem Dach eine Photovoltaikanlage befand und das Dach relativ zügig auf fast gesamter Länge einstürzte. Bei dem Feuer entstand ein Sachschaden von rund 500.000 Euro. Zur Ursache konnte die Polizei bisher keine Angaben machen.

PETA: Brandschutz wird oft nicht ernst genommen“

„Jedes Tier, das bei einem Brand im Stall stirbt, wurde grob fahrlässig getötet“, wird Edmund Haferbeck, Agrarwissenschaftler und Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA, in der Mitteilung zitiert. Seiner Ansicht nach werde Brandschutz bei vielen Tierställen „nicht ernst genommen. Wenn hunderte Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten. Dieses Risiko wird billigend in Kauf genommen“, meint Haferbeck.

Die Organisation habe deshalb auch bei den beiden weiteren Bränden in Schweineställen im Grenzgebiet zu den Niederlanden in den vergangenen Tagen Anzeige erstattet. Am Sonntag starben bei einem Großbrand in Garrel im Landkreis Cloppenburg etwa 2300 Schweine oder mussten notgeschlachtet werden. Am Dienstag kamen bei einem Feuer in einer Schweinezuchtanlage in Recke im Münsterland rund 840 Schweine ums Leben.

Verordnungen nicht zum ersten Mal kritisiert

PETA habe der Mitteilung zufolge in der Vergangenheit wiederholt die bestehenden Brandschutzverordnungen kritisiert, weil darin der Organisation zufolge ein Schutz der Tiere unzureichend geregelt sei. „Zudem werden selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen in der Praxis meist nicht umgesetzt. Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung kommt es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die eine Rettung der Tiere verhindern. Es ist noch zu ermitteln, ob dies beim aktuellen Einsatz auch der Fall war“, meint Rechtsanwalt Haferbeck.


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