„Kistendienst“ Drittklässler in Heede opfern ihre Pause für Mitschüler

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Die Drittklässler der Grundschule Heede sind für den „Kistendienst“ verantwortlich. Foto: Grundschule HeedeDie Drittklässler der Grundschule Heede sind für den „Kistendienst“ verantwortlich. Foto: Grundschule Heede

Heede. Die Drittklässler der Grundschule Heede verzichten auf das Spielen in den großen Pausen, um den Mitschülern eine noch schönere Pause zu gönnen. Deshalb sind sie nun für den Titel der „Kleinen Alltagshelden“ vorgeschlagen worden.

Seit einigen Jahren gibt es an der Grundschule Heede den sogenannten „Kistendienst“ in den großen Pausen. Die Drittklässler sind für die Ausleihe von Spielsachen, die sich in der Kiste befinden, verantwortlich. Die erste große Pause dauert 30 Minuten, eine lange Zeit, um sich in der Kletterlandschaft zu bewegen oder im Sand zu buddeln.

Spielzeug gegen Ausleihkarte

Außerdem können die Schüler für die Beschäftigung in den Pausen Schaufeln Schubkarren, Sandeimer, Pferdeseilchen und Fahrzeuge ausleihen. Jeder Schüler besitzt dafür eine Ausleihkarte. Zu Beginn der großen Pause gehen jeweils zwei Drittklässler zur Spielzeugkiste, schließen sie auf und warten auf „Kundschaft“. Gegen die Ausleihkarte wird dann ein Spielzeug ausgeliehen und am Ende oder während der Pause wieder zurückgebracht. Die diensthabenden Drittklässler stehen während der ganzen Pause in der Nähe der Spielzeugkiste und haben ein Auge darauf. Sie halten Ordnung in der Kiste und achten darauf, dass alles ordnungsgemäß zurückgebracht wird.

Strichliste hängt in der Klasse

Dieser Dienst wurde eingerichtet, weil es früher vorkam, dass Schüler Spielsachen auf dem Schulhof vergaßen, nicht zurückbrachten und immer ein gewisser Schwund zu verzeichnen war. Die Drittklässler organisieren ihren Dienst eigenständig, wie die Klassenlehrerinnen Stephanie Vahling und Anna Cordes berichten. Sie haben ihre Schüler deshalb auch vorgeschlagen. In der Klasse hängt eine Strichliste, die jeweils nach der Pause abgehakt wird. Die Schüler arbeiten zuverlässig und pflichtbewusst. Nebenbei lernen sie Verantwortungsbewusstsein. Sie sind bereit, ein Schuljahr lang weniger Spielzeit zu haben, weil sie wissen und respektieren, dass andere für sie auch schon diesen Dienst erledigt haben – und die jüngeren Schüler noch folgen werden.

Demnächst wird das Wort „Kistendienst“ allerdings nicht mehr passen, weil die Spielzeuge an anderer Stelle gelagert werden sollen. Die Gemeinde Heede hat einen ausgedienten, grünen Stromkasten der EWE auf den Schulhof gestellt. Dieser bietet mehr Platz, muss aber äußerlich noch verschönert werden. Das nächste Projekt wartet also schon auf die Grundschüler.


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