Bund fördert Fachkraft Kindergarten in Heede ist jetzt Sprach-Kita

Von Anna Heidtmann

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Besser als Vorlesen sind laut Erzieherin Lara Töller (hinten links) Geschichten aus dem Geschichtensäckchen, weil Kinder das Gesehene mit dem Gehörten verknüpfen. Foto: Anna HeidtmannBesser als Vorlesen sind laut Erzieherin Lara Töller (hinten links) Geschichten aus dem Geschichtensäckchen, weil Kinder das Gesehene mit dem Gehörten verknüpfen. Foto: Anna Heidtmann

heid Heede. Die Kindertagesstätte (Kita) St. Michael in Heede nimmt am Bundesförderprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil und wird dabei durch eine zusätzliche Fachkraft unterstützt.

Ziel des Programms ist es, allen Kindern von Anfang an gleiche Bildungschancen durch Sprachkompetenzen zu eröffnen. Fast ein Drittel der rund 120 Kinder, die derzeit die Kita in Heede besuchen, stammt laut Leiterin Schwester Maria Regina aus ausländischen Familien, in denen nicht überwiegend Deutsch gesprochen wird. „Diese Entwicklung hat unsere Arbeit mit den Kindern und deren Eltern sehr verändert“, so die Ordensschwester.

Ministerium übernimmt 19,5 Arbeitsstunden in der Woche

Seit August vergangenen Jahres gehört Erzieherin Lara Töller als zusätzliche Sprachförderkraft zum Mitarbeiterteam. Das Bundesfamilienministerium übernimmt bis 2020 die Personalkosten für 19,5 ihrer wöchentlichen Arbeitsstunden, die für die Förderung der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien bestimmt sind. Mit weiteren vom Landkreis Emsland geförderten 5,5 Wochenstunden unterstützt die angehende Frühpädagogin die Einrichtungen in Dersum und Walchum.

„Es geht in erster Linie darum, die Sprache im Kita-Alltag im Allgemeinen wieder lebendig zu machen“, erläutert Töller. Die stellvertretende Kita-Leiterin unterstützt die Erzieherinnen, ihr Handeln mit Sprache zu begleiten und zeigt ihnen, wie in der Kita Alltagssituationen genutzt werden können, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen und so deren Wortschatz und Sprachfähigkeit zu trainieren. „Die effektivste Förderung findet ganz einfach im Alltag statt, das ist wissenschaftlich belegt“, betont die Sprachexpertin. Kinder brauchen nach ihren Worten Menschen, die sie als Gesprächspartner ernst nehmen und ihnen die nötige Hilfestellung für das Erlernen der Sprache geben.

Sprachanlässe schaffen

„Da wo das Kind gerade ist, zum Beispiel im Spiel, beim Händewaschen oder Mittagessen soll es zum Sprechen ermuntert werden“, ergänzt Kita-Leiterin Sr. Maria Regina und fügt hinzu, dass das Interesse an einer Sache oder Situation die beste Lernvoraussetzung ist. „Wenn mich etwas nicht interessiert, lerne ich nur, weil ich muss und vergesse es hinterher ganz schnell wieder“, so die Pädagogin. Um weitere Sprachanlässe zu schaffen, kommt in der Kita das sogenannte Geschichtensäckchen zum Einsatz. Im Gegensatz zum normalen Vorlesen einer Geschichte fließen bei dieser Methode Figuren und Gegenstände mit ein. Das Gesehene wird laut Sprachexpertin Töller mit dem Gehörten verknüpft und bleibt somit besser im Gedächtnis haften.


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