800.000-Euro-Investition Neue Bauplätze, Schuldenabbau: So plant die Gemeinde Dersum für 2018

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Die Gemeinde Dersum will einen Großteil der Investitionen in 2018 im Ankauf von Wohnbauflächen machen. Foto: Maike Plaggenborg/ArchivDie Gemeinde Dersum will einen Großteil der Investitionen in 2018 im Ankauf von Wohnbauflächen machen. Foto: Maike Plaggenborg/Archiv

Dersum. Die Gemeinde Dersum hat in ihrer Ratssitzung den Haushaltsplan für 2018 vorgestellt. Größter Posten bei den gesamten Investitionen im Umfang von rund 800.000 Euro ist der Ankauf von Flächen für ein neues Wohngebiet. Ansonsten lautet die Devise: Schuldenabbau.

Für 310.000 Euro will die Gemeinde im laufenden Jahr Wohnbauflächen ankaufen, sagte Samtgemeindekämmerer Heinz-Hermann Lager. Hauptsächlich entfalle der Betrag auf ein Wohngebiet in Neudersum. Auf Anfrage im Nachgang zur Sitzung erläuterte Bürgermeister Hermann Coßmann (CDU), dass es sich um eine Fläche neben einem bestehenden Gebiet handele. Schätzungsweise zehn bis zwölf Bauplätze könnten dort nach jetzigem Stand entstehen. Für den angesetzten Betrag sollen außerdem weitere Areale im Gemeindegebiet in Betracht gezogen werden. Die Möglichkeiten hätten sich kurzfristig ergeben, so Coßmann. Wie viel von dem angesetzten Betrag verwendet werde, ist noch nicht klar. Ebenso verhält es sich mit dem Betrag von 170.000 Euro, der für die Erweiterung im Green Energy Park vorgehalten werde. Sollten sich wider Erwarten vermehrt Gewerbeansiedlungen andeuten, könne mit dem vorgehaltenen Betrag reagiert und entsprechende, bereits eingeplante Flächen zur Verfügung gestellt werden.

Mehrere Wirtschaftswege sollen ausgebaut werden

Ähnlich vorsorglich fließt der Betrag von 100.000 Euro in den Posten Straßenbau. Der Wirtschaftswegeverband plane in diesem Jahr, mehrere Straßen zu machen, so Coßmann. Manche sollen in Asphaltbau, manche in Schotterbau entstehen. Die Gemeinde müsse jeweils 25 Prozent gegenfinanzieren. Der Betrag sei daher für 2018 von zuvor 75.000 auf 100.000 aufgestockt, aber auch im vergangenen Jahr nicht benötigt worden. Ob der höhere Betrag nun gebraucht werde, sei ebenfalls noch ungewiss, sagte der Bürgermeister.

Weitere 65.000 Euro entfallen in der Investitionsliste auf den Breitbandausbau. Lager merkte an, dass der Landkreis stets damit werbe, den Ausbau umzusetzen, machte aber darauf aufmerksam: „Wir zahlen soviel wie der Kreis auch, also ein Drittel der Kosten“.

Tennet-Zahlung für 380-kV-Leitung

Im Gesamtergebnis werde ein Überschuss von 65.700 Euro für 2018 erwartet, wie es aus dem Vortrag Lagers hervorging. Darlehensaufnahmen seien bis zum Jahr 2021 nicht vorgesehen. Jährlich sollen bis dahin die Schulden mit einem Betrag von rund 9000 Euro abgebaut werden. Damit sinke auch die Pro-Kopf-Verschuldung. Sie werde zum Jahresende 2018 mit 193 Euro und damit 47 Euro über dem Landesdurchschnitt angesetzt. Dieser Betrag soll bis 2021 auf 174 Euro sinken. „In den Jahren werden die Haushalte ausgeglichen sein“, sagte Lager. Bezüglich der Steuereinnahmen „haben wir 500.000 Euro zur Verfügung, mit denen wir arbeiten können“. Bei der Gewerbesteuer habe es 2011 einen Spitzenwert gegeben. „Die Erwartung für 2018 ist einer der besseren Werte“, so Lager. Weitere Einnahmen ergeben sich aus der Einmalzahlung der Firma Tennet, die für den Bau der 380-kV-Höchstspannungsleitung durch das Gemeindegebiet 129.000 Euro an die Gemeinde zahlt. Dieser Betrag werde auf 25 Jahre – also mit jährlich rund 5000 Euro – in den Haushalt eingestellt. „Ich glaube, es ist ein ganz guter Haushalt“, schloss Lager seine Präsentation. Der Rat hat dem Haushaltsplan einstimmig zugestimmt.

(Weiterlesen: Tennet startet mit Bau der 380-kV-Leitung bis Meppen)


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