Pilotprojekt endet im Sommer Kluser Hilfspolizisten haben jede Menge zu tun

Von Mirco Moormann

Bei der Firma Gertzen in Kluse ist Michael Drente (links) als Hilfspolizist für die Begleitung von Schwertransporten zuständig. Gemeinsam mit seinen Kollegen Heiner Meiners (Mitte) und Klaus Ahrens hat er seine Arbeit vorgestellt. Foto: Mirco MoormannBei der Firma Gertzen in Kluse ist Michael Drente (links) als Hilfspolizist für die Begleitung von Schwertransporten zuständig. Gemeinsam mit seinen Kollegen Heiner Meiners (Mitte) und Klaus Ahrens hat er seine Arbeit vorgestellt. Foto: Mirco Moormann

Kluse. Seit 2016 läuft in Niedersachsen die Pilotphase des Hilfspolizisten-Projektes für Schwertransporte. Das Unternehmen Gertzen aus Kluse hat mittlerweile drei Mitarbeiter zu Hilfspolizisten ausbilden lassen – und die haben jede Menge zu tun.

Wie Michael Drente, einer von drei Hilfspolizisten in der Firma, mitteilt, hätten er und seine Kollegen im vergangenen Jahr mindestens 800 Einsätze gehabt und Schwertransporte begleitet. Dabei seien es nicht nur Fahrten des eigenen Unternehmens gewesen. „Wir bekommen auch Anfragen für andere Transporte“, erklärt Drente. Bei der Vermittlung der Fahrten stehen Drente und seine Mitstreiter in engem Kontakt zur Polizei. In regelmäßigen Gesprächen werden die Fahrten und dazugehörigen Begleitungen abgestimmt. „Wir haben ein gutes Verhältnis“, meint Drente, „denn die Polizei ist ja auch froh über die Entlastung“.

Probleme in anderen Bundesländern

Die Regelung der Hilfspolizisten würde sich Drente für ganz Deutschland wünschen. „Leider ist dies derzeit nur in Niedersachsen so.“ Dass es in anderen Bundesländern, in denen sich die Polizei um die Schwertransporte kümmert, Probleme gibt, davon berichtet Schwertransport-Fahrer Klaus Ahrens. In Sachsen-Anhalt etwa gebe es für zahlreiche Transporte, die auf eine Begleitung von einem Hersteller von Windkraft-Teilen zur Autobahn warten müssten, nur einen Polizeiwagen. „Der bringt dann nach und nach die Gespanne zur Autobahn“, so der Fahrer.

Nicht alle Strecken befahrbar

Das koste viel Zeit, die die Transportunternehmen nicht immer hätten, sagt Kundenbetreuer Heiner Meiners. Die Routen der Lastwagen würden vorab genau geplant und müssten nach einer vorgegebenen Zeit auch am Ziel ankommen. Oftmals gebe es aber schon bei der Genehmigung von Fahrten – manche gehen quer durch die Bundesrepublik – die Probleme. „Es sind Autobahnen oder Strecken mit Brücken aufgrund der schweren Last nicht befahrbar, so dass Ausweichstrecken genommen werden müssen“, so Meiners. So komme es vor, dass eine Strecke von etwa 530 Kilometern dann 780 Kilometer lang werde. Erschwerend komme hinzu, dass die Schwertransporte nur von 22 bis 6 Uhr morgens unterwegs sein dürfen. Ein Schwertransport kann bis zu 130 Tonnen wiegen. Die Gespanne sind dann 36 Meter lang und auch mehr als sechs Meter breit.

Einsatz nur in Niedersachsen

Sobald die Transporte dann die Landesgrenze nach Niedersachsen überqueren, sind die Hilfspolizisten im Einsatz – sofern die Polizei sie beantragt, sagt Drente. Mit speziellen Fahrzeugen und gelber Warnjacke übernehmen sie dann die Aufsicht. Sie sind auch dazu berechtigt, den Verkehr zu regeln, sagt Drente. Seine Ausbildung haben Drente und seine Kollegen auf einer Polizeiakademie in Hannoversch Minden absolviert. Sechs Tage Fortbildung und eine Prüfung später durften sie sich Hilfspolizisten nennen. Die Pilotphase endet in wenigen Monaten und ist als Übergangsregelung gedacht, bis der Bund rechtliche Voraussetzungen hat, um die Begleitung der Schwertransporte auf private Firmen zuzulassen.