Vorschlag für „Emsphilharmonie“ Theatergruppe „Glasklar“ nimmt in Dörpen Politik aufs Korn

Von Jonas Brinker


jbri Dörpen. Mit viel Humor und scharfer Zunge hat die Theaterwelt „Glasklar“ in Dörpen erneut ihr Stück „Theaterplatz“ gezeigt. Die Schauspieler nahmen dabei Ereignisse aus der lokalen und bundesweiten Politik aufs Korn.

Mittelpunkt des Stückes ist der Kiosk von Gertrud Fröhlich (Brigitte Vaas), bei der sich täglich die unterschiedlichsten Charaktere treffen, um sich zu unterhalten oder lästern sowie um über die aktuelle Politik zu philosophieren. So geht es um die Gerd-Bliede-Preisverleihung an Rudolf Seiters, die Bankautomatensprengungen im nördlichen Emsland oder die Ortskernerneuerung in Aschendorf. Hierbei wird vorgeschlagen, den „Glaspalast auf dem Marktplatz in eine Elbphilharmonie, der Emsphilharmonie“ umzubauen. Auch die Hundeausstellung auf Gut Altenkamp im letzten Jahr spielt eine Rolle. Hunde seien die wahren Kunstexperten, so Dr. Buskohl, gespielt von Engelbert Zumsande: „Einmal Wau – gefällt mir. Zweimal Wau – gefällt mir nicht.“

„Porzellansyndrom“

Auch nationale und internationale Themen nehmen sich die Schauspieler im Theaterstück an. So wird sich über die Boni der Deutschen Bank Chefs beschwert sowie die SPD im Umfragetief bewertet. Beim Thema Glyphosat wird gefragt, ob Lise (gespielt von Elisabeth Kruth) das „Porzellansyndrom“ habe, sprich ob sie noch „alle Tassen im Schrank hätte“. Lise argumentiert, dass „ein bisschen Glyphosat uns immun gegen Krebs machen würde“, was von den anderen Protagonisten vehement zurückgewiesen wird.

Auch ernste Themen untergebracht

Der Humor der Gruppe ist stets an der aktuellen Politik orientiert und bietet dazu viele Gelegenheiten, diese auch humoristisch umzusetzen. Lediglich Kurt (gespielt von Jürgen Bransdor) verliert seine Sprache und Witze häufiger unter der Gürtellinie. Besonders überzeugt indes Luffes Meyering als Manni, den gelernten Bäcker, der wegen einer „plötzlichen Mehlallergie“ nicht mehr arbeiten kann und sich als Aushilfe im Kiosk versucht. Dabei schauspielert Meyering diese Rolle so individuell und überzeugend, als wären Rolle und tatsächliche Person identisch.

Neben den lustigen Momenten wagte sich das Ensemble aber auch an ernstere Themen, wie Alkoholsucht oder Analphabetismus. Die Unterbringung dieser Themen zeugt von der großen Kunst der Gruppe, die ihre Stücke selbst schreibt. Zusammen mit den erheiternden Szenen gelang der Theatergruppe „Glasklar“ so ein gelungenes Stück.