Für Linden und gegen Eichen UWG und Naturschutzbund gegen Baumfällung in Dörpen

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Für den Erhalt der Linden setzen sich Lena Schulz-Bender, Matthias Witte und Karl-Heinz Augustin (von links) ein. Foto: Katharina PreuthFür den Erhalt der Linden setzen sich Lena Schulz-Bender, Matthias Witte und Karl-Heinz Augustin (von links) ein. Foto: Katharina Preuth

Dörpen. An der Neudörpener Straße (K 112) in Dörpen will der Landkreis Emsland bis Ende Februar 70 Bäume fällen, um die Straße zu sanieren und zu verbreitern, darunter auch Linden. Gegen die Fällung dieser Bäume sprechen sich die UWG-Dörpen und der Naturschutzbund (Nabu) Emsland-Nord aus.

Linden und Eichen säumen die Neudörpener Straße zwischen der Hauptstraße und der Bundesstraße 70. Die Wurzeln einiger Bäume haben bereits Teile der Fahrbahndecke und des Radwegs angehoben. Doch daran seien einzig die amerikanischen Eichen schuld, erklärt Matthias Witte, Fraktionsvorsitzender der UWG im Gemeinderat Dörpen. Diese seien aufgrund ihres Wurzelwachstums nicht für die Bepflanzung an Straßen geeignet. „Da hat jemand vor Jahren bei der Planung geschlafen“, vermutet er. Die amerikanischen Eichen müssten daher gefällt und die beschädigte Straße saniert werden.

Linden sollen bleiben

Doch die Linden sollen, wenn es nach Witte geht, bleiben. Er kritisiert, dass der für die Straße zuständige Landkreis die Ratsmitglieder nicht hinreichend informiert habe und sie über die tatsächliche Fällung lediglich aus der Zeitung erfahren hätten. „Wir denken nicht, dass eine Verbreiterung der Straße von sechs auf 6,50 Meter notwendig ist“, sagt Lena Schulz-Bender, Ratsfrau und Vorsitzende der UWG Dörpen. Und dann, so Schulz-Bender weiter, könnten die Linden bleiben.

Diese Einschätzung teilt auch Anwohner Bernd Lorenz. Ohne die Bäume an beiden Seiten und nach einer Verbreiterung fürchtet er, dass die Kreisstraße zu einer „Rennstrecke“ für Raser wird, so Lorenz. „Es wird zu einer zusätzlichen Gefährdung der Anwohner kommen“, ist er überzeugt.

Um den Eingriff in die Pflanzen- und Tierwelt geht es Karl-Heinz Augustin vom Nabu Emsland-Nord. Ihm ist ebenfalls daran gelegen, die Linden zu retten. Der Verlust der Bäume würde das Vogelsterben begünstigen, das zu einem Problem in Deutschland geworden sei. Außerdem weist er auf die Wirkung von Bäumen hin, die die Luft auf natürliche Weise von Feinstaub befreien würde.

Sanierung kostet 1,4 Millionen Euro

Anwohner und Ratsmitglieder wurden erstmals im Sommer 2017 über die Fällung der Bäume informiert. Damals betonte Bürgermeister Manfred Gerdes (CDU), dass sich viele Anwohner über den schlechten Zustand von Radweg und Straße beschwert hätten und die Gemeinde froh sei, dass der Landkreis die K 112 saniert. Auch Anja Rohde, Sprecherin des Landkreises, gab im vergangenen Sommer an, dass ihnen keine direkten Beschwerden von Anwohner vorliegen würden.

Der Landkreis Emsland plant, bis Ende Februar die insgesamt 70 Bäume an dem entsprechenden Teilstück der Neudörpener Straße zu fällen. Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf etwa 1,4 Millionen Euro, von denen der Landkreis 480.000 Euro zahlt. Die restlichen 840.000 Euro sind ein Zuschuss nach dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz.


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