Unternehmen baut Café- und Hotelsektor bundesweit aus Emsländische Kanne Group investiert 150 Millionen Euro


Heede. 150 Millionen Euro – diese Summe will die Kanne Group in den kommenden fünf Jahren investieren. Mit dem Geld baut die Unternehmensgruppe aus Heede/Dersum ihren Café- und Hotelsektor bundesweit im großen Stil weiter aus.

Außer 18 neuen Cafés, die unter anderem in Berlin, München und Frankfurt am Main entstehen sollen, hat die Gruppe elf Hotelprojekte in Planung, wie Unternehmenschef Hermann Kanne im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt. Die Gruppe hat sich vor allem in der Krankenhaus-Gastronomie einen Namen gemacht. „Da sind wir in Deutschland Marktführer“, betont Kanne.

Zweimal in den Top Ten

Aber auch in der Rangliste der besten Kaffeebar-Konzepte in Deutschland tauchen die Emsländer unter den Top Ten auf – und das gleich zweimal. In dem Ranking, in dem Größen wie McCafé, Tchibo und Starbucks die Plätze eins bis drei belegen, rangiert Kanne auf den Plätzen acht (Kanne Café) und neun (Gastro Kanne).

Kaffee aus eigener Rösterei

Zur Unternehmensgruppe, die mit vollem Namen Kanne Group Investment AG heißt und auf einem in dem Jahr 1990 von Hermann Kanne entwickelten Dienstleistungskonzept fußt, gehören außerdem ein Hotelbetrieb, eine Immobilienfirma sowie eine eigene Rösterei. Im nördlichen Emsland hat sich Kanne zudem mit dem Restaurant „Kannelloni“ an der A 31 bei Heede einen Namen gemacht.

„Alles aus einer Hand“

Die Diversifikation ist nicht nur Teil von Kannes Unternehmensphilosophie, sondern offenbar auch maßgeblich für das Erfolgsrezept. „Unser großes Plus ist die Flexibilität. Wir bieten von A bis Z alles aus einer Hand – von Planung über Bau und Einrichtung bis hin zum Betrieb“, sagt Hermann Kanne und verweist auf hauseigene Ingenieure und Architekten. Er selbst verfügt nach Unternehmensangaben seit inzwischen 30 Jahren über Know-how als Investor, Planer und Einrichter von Kaffeebars.

Neuer Partner

Zu den jüngsten Errungenschaften der Gruppe zählt der Unternehmer die Partnerschaft mit der Compass Group, die zum 1. Januar in den Betrieb eines Großteils der Kanne-Cafés eingestiegen ist und in diesem Zuge auch einen Teil der Kanne-Beschäftigten im Gastrobereich übernommen hat. Gemeinsam wollen beide Unternehmensgruppen weitere Cafeterias in Krankenhäusern etablieren. Kanne bezeichnet die Compass Group, die nach eigenen Angaben allein in Deutschland 15.000 Mitarbeiter beschäftigt, als „Marktführer in der Betriebsgastronomie“. Kanne selbst hat nach eigenen Angaben bundesweit etwa 75 Standorte aufgebaut, die die Gruppe aber nur teilweise selbst betreibt.

Patientenhotels in Duisburg und Ulm

Bei den Hotelprojekten geht es nicht nur um sogenannte Patientenhotels, wie sie Kanne beispielsweise aktuell an den Sana-Kliniken in Duisburg errichtet. „Wir werden aber auch Hotels für den freien Markt planen, bauen und betreiben“, sagt Kanne – und zwar im 2- bis 4-Sterne-Bereich. Bei Patientenhotels handelt es sich um eine zusätzliche Pflegestufe mit Hotelkomfort für Akutpatienten in Krankenhäusern.

Erst vor einigen Tagen unterzeichnete Kanne die Verträge für den Bau eines neuen Gebäudes mit zusätzlichen 50 Betten an den RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm. Genutzt werden soll der fünfstöckige Anbau für Patienten der orthopädischen Rehabilitation, die sich im Anschluss an ihren Krankenhausaufenthalt in gehobenem Ambiente in Einzelzimmern mit 4-Sterne-Hotel-Charakter erholen können. „Im Hotelbereich werden wir deutlich wachsen“, prophezeit Hermann Kanne, dessen Unternehmensgruppe derzeit rund 100 Mitarbeiter zählt.

„Wir haben zig Baustellen“

Im Klinikum Bremen-Ost eröffnete im Dezember ein neues Kanne-Café. Im städtischen Klinikum Karlsruhe, dem größten Krankenhaus der badischen Stadt, saniert Kanne derzeit das Café. „Wir haben zig Baustellen“, sagt Kanne. Dazu gehört nach seinen Worten ein Restaurantkonzept, das derzeit beispielsweise an der Universität in Hannover verwirklicht werde.

Auch im nördlichen Emsland hat der Unternehmer aktuell zwei größere Eisen im Feuer. Die Projekte seien öffentlich derzeit aber noch nicht spruchreif, sagt Kanne.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN