Bei Neujahrsempfang Walchum: Landkreis empfiehlt barrierefreies Bauen



Walchum. Schon in jungen Jahren anfangen: Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Walchum plädierte Kerstin Knoll, Leiterin des Senioren- und Pflegestützpunktes (SNP) des Landkreises, für barrierefreies Bauen von Beginn an. Sie stellte außerdem die Arbeit von Ehrenamtlichen beim SNP vor, die auch in Walchum ganz generell gewürdigt wurde.

„Wir sind als Gemeinde froh, dass wir so viele Ehrenamtliche haben“, sagte Bürgermeister Alois Milsch (CDU), bei dem Empfang, der auch in 2018 den freiwilligen Helfern gewidmet war. Eine Gemeinde könne die Arbeit, die diese Menschen auf sich nehmen, weder finanziell noch personell stemmen. „Ich bin ganz stolz darauf und möchte mich herzlich bedanken.“ Milsch blickte zurück auf die Leukin-Typisierungsaktion im Februar 2017 zugunsten der an Leukämie erkrankten Walchumerin Conny Kappen, an der sich unter Einsatz vieler Mitbürger 1249 Menschen als mögliche Spender registrieren ließen. Milsch betonte außerdem das „hohe Spendenaufkommen“. Die Aktion brachte 30.000 Euro und kostete 50.000 Euro. Weiter würdigte er die Arbeit der Landjugend, die im Juni 2017 ihr 50-jähriges Bestehen feierte. „Die ist nicht nur zum Feiern da, sondern startet viele Aktionen, von der Jung und Alt profitieren.“ Ebenso erwähnenswert fand der Bürgermeister den Start des Mobilen Einkaufswagens im Dezember 2017 sowie das Gesundheitszentrum, das mit der Tagespflege St. Georg und einer Physiotherapiepraxis inzwischen seinen Betrieb aufgenommen hat.

Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (CDU) richtete seinen Dank an die Polizei und Rettungskräfte, die nicht nur bundesweit, sondern auch im Emsland im Jahr 2017 Opfer von Gewalt wurden. „Ihr macht Top-Arbeit“, richtete Wocken seine Worte insbesondere an die Feuerwehr Dersum, die für Walchum und Hasselbrock zuständig ist. Weitere Anerkennung Wockens galt dem Lehrerkollegium, die trotz der „mangelhaften Lehrerversorgung“ ebenfalls „Top-Arbeit“ machten. Er bedankte sich bei allen Vereinen wie auch dem Gemeinderat. In welcher Partei die Mitglieder des Rates seien, sei ihm egal. „Die machen das ehrenamtlich und setzen sich ein für die Gemeinde.“

Neben Milsch und Wocken würdigte auch Kerstin Knoll, Leiterin des Senioren- und Pflegestützpunktes (SNP) des Landkreises, würdigte die Arbeit von Ehrenamtlichen. „Das Ehrenamt ist das, wovon die Gemeinde lebt“, so Knoll. Wie sie weiter erklärte, ist der SNP die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund ums Älterwerden und die Wohnberatung. Dabei seien die Fragen in jedem Alter interessant - insbesondere beim Bauen. So rief Knoll die mitunter jungen Vertreter der Vereine, die zum Empfang eingeladen waren, dazu auf, beim Hausbau auf Barrierefreiheit zu achten. Demnach sollten Bürger darauf achten, „dass sie schon in jungen Jahren keine Hürden mehr aufbauen“ und das Eigenheim „so früh wie möglich komfortabel“ gestaltet werden solle. In der Familiengründungsphase diene das dem Umgang mit Kinderwagen, später der Nutzung eines Rollators oder auch eines Rollstuhls. Weiter solle etwa eine Türschwelle im Hauseingang vermieden und eine ebenerdige Dusche eingebaut werden. Außerdem solle ein Haus so geplant sein, dass sich im Alter komplett im Erdgeschoss gewohnt werden könne, denn der Umbau im Nachhinein sei teuer. Die Wohnberatung – inklusive Finanzierungsmöglichkeiten – erledigen Ehrenamtliche vor Ort. Derzeit seien es 15 Aktive in allen Kommunen des Emslandes.

Weitere Leistungen, die Ehrenamtliche auf Kreisebene erledigen sind etwa die Begleitung älterer Menschen beispielsweise bei Spaziergängen oder auch Besorgungen, die von derzeit 174 sogenannten DUO-Seniorenbegleitern angeboten wird. Weitere 33 Bürger unterstützen pflegende Angehörige, indem sie ihnen zuhören oder auch beim Organisieren von Entlastung behilflich sind. Pflege allerdings leisten diese Helfer nicht. Hilfe für Menschen mit Demenz und deren Angehörige etwa bietet das Demenz-Servicezentrum des Landkreises an, ebenso beim Thema Pflege. Als besonderes Angebot hob Knoll ein Fahrtraining für Senioren hervor. „Jeder soll fahren – so lange wie möglich“, so die SNP-Leiterin. „Wir können uns vor Anmeldungen kaum retten.“ Beratung zum freiwilligen Engagement im Allgemeinen bietet der Ehrenamtsservice des Landkreises. Knoll ermutigte alle Bürger, sich mit allerlei Fragen an den SNP zu wenden: „Vielleicht wissen wir nicht alle Antworten, aber wir wissen, wer sie hat.“


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