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Tag der offenen Tür Noller Schlucht: Von Kürbissen und Stabheuschrecken

Von Horst Troiza | 23.10.2017, 16:49 Uhr

Apfel, Kürbis, Früchte des Waldes und das Leben der hiesigen Tiere und Insekten standen im Zentrum beim Tag der offenen Tür im Lernstandort Noller Schlucht. Bei vielen Mitmachaktionen konnten die Besucher zudem erfahren, wie die Ernte des Waldes und der Felder genutzt werden können.  

Geschäftiges Treiben herrschte in dem Raum, dessen Schild an der Tür mit der Aufschrift „Kürbisschnitzen“ magische Anziehungskraft besonders auf die jungen Besucher ausübte. Auf einer Galerie standen bereits fertige, nach allen Regeln der Kunst bearbeitete Kürbisse, deren unheimliche Fratzen noch dadurch stärker zur Geltung kamen, dass in ihr ausgehöhltes Innere brennende Kerzen gestellt worden waren. So war‘s im vergangenen Jahr 

An mehreren Tischen waren Eltern und Kinder damit beschäftigt, neue grausige Kürbisköpfe für Halloween zu schnitzen. Die achtjährige Celin und ihre Mutter hatten ebenfalls die Ärmel hochgekrempelt und höhlten mit dem Messer jede einen der goldgelben Früchte aus. „Das macht Riesenspaß, ich habe noch nie vorher ein Kürbisgesicht geschnitzt“, gestand die Schülerin. Was sie anschließend damit machen wollte, wusste Celin auch schon zu sagen. „Den nehme ich mit nach Hause: für Halloween“. Mehr aus Dissen im Netz 

Aufmerksam gingen Mitarbeiter des Lernstandorts um die Tische herum, halfen bei Schwierigkeiten aus und gaben Informationen. Dasselbe einen Raum weiter, wo unter Anleitung Äpfel kleingeschnitten und dann in einen Häcksler gegeben und schließlich zu Saft gepresst wurden. Nebenan konnten Besucher ihre Apfelsorten aus dem Garten von Mitarbeiter Stephan Grote bestimmen lassen und über die Menge der verschiedenen Sorten staunen, die in Körben auf Tischen standen.

 „Der Lernstandort steht in der Aufgabe, Informationen über die natürlichen Abläufe in Wald und Feld zu vermitteln. Gleichzeitig sollen Besucher durch Mitmachaktionen selbst erfahren, wie die Pflanzen und Tierwelt aufeinander abgestimmt sind und miteinander in Beziehung stehen“, erklärte Geschäftsführer Derk van Berkum.

Trotz des schlechten Wetters war der Tag der offenen Tür vielen Menschen einen Besuch wert. Auf großes Interesse stießen die Terrarien, in denen Biologe Josef Gebbe Stabheuschrecken hält. Die bis zu 16 Zentimeter langen Insekten sind Meister der Tarnung und in einem Dickicht mit Ästen kaum auszumachen. „Stabheuschrecken sind keine heimische Spezies, doch sie sind spektakulär und erregen Neugierde“, machte Gebbe deutlich. Wenn erst einmal das Interesse geweckt worden war, führte er den Besuchern hier in der Region vorkommende Spinnen- und Raupenarten vor, die ebenfalls Meister der Camouflage sind.

Wer nach Kürbisschnitzen und Apfelentsaften Appetit bekommen hatte, konnte zur Cafeteria gehen, wo es lecker nach Kürbissuppe und Apfelkuchen duftete. Bei einer Tasse heißen Kakao, Tee oder Kaffee bereute niemand, trotz des Regens den Weg zum Tag der offenen Tür zur Noller Schlucht angetreten zu haben.