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Streit am Bahnhof Dissen: 400 Euro Geldstrafe für Faustschlag

Von Danica Pieper, Danica Pieper | 27.06.2016, 15:42 Uhr

Während drei Freunde am Dissener Bahnhof auf den Zug warteten, kam es zum Streit. Ein 39-Jähriger warf eine Flasche nach seiner Bekannten und schlug ihr mit der Faust ins Gesicht. Das Amtsgericht Bad Iburg verurteilte ihn dafür zu 400 Euro Geldstrafe.

Der Angeklagte gab zu, seiner Bekannten auf dem Dissener Bahnhof mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Er konnte sich jedoch nicht daran erinnern, eine Flasche nach ihr geworfen zu haben. Der Ostercappelner wusste allerdings noch, dass er und seine beiden Begleiter mehrere Plastikflaschen Bier sowie zwei Flaschen Likör gekauft hatten. Wenn er eine Flasche nach seiner Bekannten geworfen haben sollte, dann sei dies auf jeden Fall eine Plastikflasche gewesen, und nicht, wie in der Anklageschrift aufgeführt, eine Glasflasche. „Das tut mir alles sehr leid, ich bereue die Tat“, erklärte der Beschuldigte. Mehr aus Dissen im Netz

Kinnhaken verpasst

Die Geschädigte bestätigte, dass es sich bei der Flasche um eine Plastikflasche handelte. Sie und ihre beiden Freunde hätten einen Bekannten in Bad Rothenfelde besucht. Als sie in Dissen auf den Zug warteten, sei der Angeklagte plötzlich auf seinen Freund losgegangen. Sie habe versucht zu schlichten, woraufhin der Ostercappelner die Flasche nach ihr geworfen habe, die ihren Kopf jedoch um 20 bis 30 Zentimeter verfehlte und in die Scheibe eines benachbarten Gebäudes einschlug. Schließlich sei er mit einem Grinsen auf sie zugekommen: „Dann hat er mir einen Kinnhaken verpasst“, so die Osnabrückerin, die eine Kieferprellung erlitt.

Keine Erklärung für Tat

„Auch eine Plastikflasche ist dazu geeignet, erhebliche Verletzungen zu verursachen“, erklärte der Staatsanwalt. „Und ihr auf den Kiefer zu hauen, ist auch keine Heldentat.“ Gleichwohl bewertete er es positiv, dass der Angeklagte die Tat eingeräumt hatte und nicht vorbestraft ist. Er forderte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 10 Euro. Der Ostercappelner gab an, die Tat nicht beabsichtigt zu haben: „Ich kann mir nicht erklären, wie das entstanden ist.“

Vermindert schuldfähig

Der Richter verurteilte den 39-Jährigen zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 10 Euro. Er ging von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, da Angeklagte mit etwa 2,34 Promille stark alkoholisiert war und zudem an einer Psychose erkrankt ist. Sowohl Staatsanwalt als auch Beschuldigter akzeptierten das Urteil.

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