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Straßenkunde: Piepenhagen Feuchtstellen oder Vogelpiepen?

Von Claudia Ix | 10.12.2015, 12:42 Uhr

Der Piepenhagen in Dissen geht von der Großen Straße ab und in die Dieckmannstraße über.

Zur Bedeutung des Namens Piepenhagen vermutet Ingrid-Charlotte Doht vom Dissener Heimatverein folgendes: „Der Wortteil pip weist auf Wasser oder Feuchtstellen hin. Hagen ist eine Vogelhecke oder aber auch ein Sumpfgebiet. Hagen ist in Norddeutschland ein häufiger Flurname.“

Zum Hagen als Sumpfgebiet würde der Wortteil pip = Wasser, Feuchtigkeit passen, zur „Vogelhecke“ eher piep in der Bedeutung „lautmalerisch für das Piepen von Vögeln“, wie es der Duden angibt.

Umzäuntes Gebiet

Andere Quellen nennen den Wortteil Hagen außerdem in Zusammenhang mit umzäunten Gebieten, Hecken. Im Online-Lexikon Wikipedia heißt es hierzu: „Ein Hag ist ein von einer Hecke eingehegtes bzw. eingefriedetes Gelände. Der Wortbestandteil -ha(a)g(en) weist als verbreiteter Flur - oder Ortsname auf diese frühere Siedlungsform hin.“ Das passt zu den Erfahrungen von Ingrid-Charlotte Doht: „Der Piepenhagen war früher, ähnlich wie die Stievenstraße, eine kleine, teils von Mauern eingesäumte Gasse“, schreibt sie. Der Piepenhagen ist in Dissen die einzige Straße, die die Bezeichnung Hagen im Namen trägt.

Berlinerisch

Übrigens gibt es im Berlinerischen einen Ausdruck, in dem das Wort Piepenhagen vorkommt: „Dit is mir piepenhagen“, sagt der Berliner und meint: Das ist mir schnurz-pieps-egal.“