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Nitratmenge weit unter Grenzwert Geförderte Wassermenge in Dissen 2016 deutlich angestiegen

Von Horst Troiza | 03.02.2017, 12:06 Uhr

Die Stadtwerke Dissen haben im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2016 deutlich mehr Wasser gefördert. Zudem musste wegen Arbeiten an einem der eigenen Brunnen zusätzlich Trinkwasser beim Wasserbeschaffungsverband eingekauft werden. Gezogene Proben zeigen weit unter dem Grenzwert liegende Nitratwerte.

Die Eigenförderung aller drei Stadtwerkebrunnen betrug im Jahr 2016 zusammen 504.590 Kubikmeter (cbm) Trinkwasser. Im Jahr 2015 hatte die Fördermenge bei 405.251 cbm gelegen, davor bei 378.115 cbm. Die vom Wasserbeschaffungsverband Osnabrück-Süd gelieferte Wassermenge hat 2016 bei 259.509 cbm betragen, im Jahr zuvor waren von dort 213.492 cbm ins Dissener Leitungsnetz geflossen. Als Mitglied des Beschaffungsverbandes nimmt Dissen vertraglich geregelt jährlich eine Mindestmenge von 215.000 cbm ab.

Großabnehmer

Wie die Verwaltung darstellte, ist die Erhöhung der Fördermengen auf die Neuansiedlung eines Großabnehmers und dem teilweisen Ausfall der Förderbrunnen eines ortsansässigen Großunternehmens zurückzuführen. Der erhöhte Zukauf beim Wasserverband war aufgrund der Neubohrung an einem der eigenen Brunnen notwendig geworden. Mehr aus Dissen im Netz 

Wie der Rat bereits im Dezember beschlossen hat, wird 2017 der Preis für Frischwasser von 1,09 Euro auf 1,11 Euro pro cbm steigen. Der Wirtschaftsplan weist für die Stadtwerke zudem für unvorhergesehene Maßnahmen und allgemeine Planungskosten 65.000 Euro aus, für Werkzeuge, Geräte und Hausanschlüsse 35.000 Euro. Für Mehrarbeiten an der Neubohrung von Brunnen I müssen 173.000 Euro nachfinanziert werden und für eine Verbindungsleitung 50.000 Euro. „Die Maßnahmen decken wir aus liquiden Mitteln. Darlehen müssen dafür nicht aufgenommen werden“, erläuterte Kämmerer Ulrich Strakeljahn dazu.

Schmutzwasser

Die Gebühren für die Schmutzwasserentsorgung durch den Abwasserbeseitigungsbetrieb steigen, auch das hatte der Rat im Dezember festgelegt, um 7 Cent auf 1,60 Euro. Die Gebühren für die Beseitigung von Regenwasser bleiben mit 29 Cent gleich gegenüber dem Vorjahr. Für das Leitungsnetz Schmutzwasser werden für unvorhergesehene Maßnahmen 55.000 Euro, für Grundstücksanschlüsse 15000 Euro angesetzt, und für allgemeine Planungskosten 5000 Euro. Die Ersatzbeschaffung eines Fahrzeugs fällt mit 25.000 Euro ins Gewicht. Auch diese Investitionen werden ohne die Aufnahme von Krediten möglich.

Der gesetzlich erlaubte Grenzwert für die im geförderten Frischwasser enthaltenen Anteile an Nitrat liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Bei den Brunnen in Dissen liegen sie im Jahresdurchschnitt bei 28,3 mg/l, 30,9 mg/l und 32,9 mg/l. Der Leitungswert nach UV-Bestrahlung wird mit 30,1 mg/l angegeben. Für den Ausschussvorsitzenden Jürgen Dallmeyer (UWG) ein „erfreulicher Zustand, denn die Werte sind im Vergleich mit den Vorjahren stabil“. Derk van Berkum hielt Lob für die Landwirte bereit. „Sie haben sich ökologisch verhalten“, sagte er und hob die Güte des geförderten Wassers hervor.