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Mit oder ohne früheres Krankenhaus Dissen plant Mischbebauung entlang der Robert-Koch-Straße

Von Horst Troiza | 01.02.2017, 18:54 Uhr

Was aus dem Gebäudekomplex des ehemaligen Albertinenkrankenhauses wird, ist höchst ungewiss. Wird das Gelände links und rechts der Robert-Koch-Straße möglicherweise für die Wohnbebauung freigegeben? Dem Planungsausschuss wurden bei seiner Sitzung Varianten dafür aufgezeigt.

Planer Stefan Lehmann vom Ingenieurbüro Tovar und Partner hatte zur Sitzung gleich mehrere Vorschläge dafür mitgebracht, wie das Gelände einmal aussehen könnte. „Grundsätzlich hat die Planung in zwei Richtungen zu gehen: mit dem Bestand des Krankenhauskomplexes und des Schwesternwohnheims und ohne diese“, zeigte er zu Anfang auf. Aus diesem Grund sieht die Änderung des Flächennutzungsplans eine Mischbebauung vor, die Wohn- sowie Geschäfts- und Bürogebäude zulässt. „Somit lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt offenhalten, den Krankenhauskörper im Plan zu behalten, falls er unter Umständen in Zukunft als medizinisches Versorgungszentrum genutzt wird“, so der Planer.

Geschäfts- und Bürogebäude

Zur Bahnhofstraße hin in einer Tiefe von etwa 60 Metern ist eine Wohnbebauung wegen der von der Straße her erzeugten Lärmemissionen nur schwer realisierbar. Hier sehen die Pläne eher den Bau mehrstöckiger Geschäfts- und Bürogebäude vor, die das nördlich gelegene Gebiet zusätzlich abschirmen. Zwei im Westen und Osten der Robert-Koch-Straße entstehende Planstraßen sollen dieses Gebiet dann in Schleifenform erschließen. Dort können Einzel- und Doppelhäuser entstehen und somit bereits vorhandene Wohnbebauungen westlich der Stettiner Straße und südlich des Erpener Weges ergänzen. Südlich des heutigen Krankenhauses halten die Planungen einige Mehrfamilienhäuser für möglich. Mehr aus Dissen im Netz 

Vom Planer ins Spiel gebracht werden ebenfalls so genannte Kettenhäuser. Diese Einfamilienhaus-Bauweise sieht gleichartig gestaltete Häuser vor, die leicht versetzt stehend eine Reihung bilden, sich von der Reihenhausbauweise darin unterscheiden, dass Kettenhäuser nicht Wand an Wand mit dem Nachbarhaus stehen. „Ein Kettenhaus ist für junge Familien aus finanziellen Gründen interessant, da sie ein weniger großes Grundstück benötigen“, erklärte Lehmann.

Tore nicht zumachen

Der Ausschussvorsitzende Andreas Austmeyer (CDU), selbst Architekt, bewertete den aufgezeigten Lösungsansatz als sehr zufriedenstellend: „Wir sollten jetzt noch keine Tore zumachen. Besser ist es, zu diesem Zeitpunkt noch über Alternativen nachdenken zu können.“ Damit wandte er sich gegen die von Wilhelm Meyer zu Erpen (Grüne) geäußerte Meinung, die Planung ohne das Krankenhaus und das Schwesternwohnheim einzuleiten. Hans-Günter Stolle (SPD) riet ebenfalls dazu, „nicht allzu früh Möglichkeiten zu verbauen“. Als nächster Schritt im Verfahren wird nun die Beteiligung der Öffentlichkeit an den Planungen eingeleitet.