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Lust an neuen Wegen Bilder von Gudula Orth im Seniorenzentrum

Von Petra Ropers | 27.02.2017, 14:02 Uhr

Sich in der Malerei auf einen bestimmten Stil festlegen? „Dazu finde ich das Leben viel zu abwechslungsreich und interessant“, meint Gudula Orth. Von der Vielseitigkeit ihrer Arbeiten können sich jetzt die Bewohner und Besucher des Seniorenzentrums Dissen bis zum 21. April überzeugen.

Drei Jahre lang legte das Seniorenzentrum eine Kunstpause ein. Nun schmücken über 60 zum Teil großformatige Bilder die Flure und Gemeinschaftsräume. Die Vielfalt der Ausdrucksformen lässt es kaum erahnen. Doch sie alle stammen von der Hand der Bielefelderin Gudula Orth. „Lern‘ erstmal was Anständiges“, meinte ihr Vater einst und verhinderte damit einen beruflichen Werdegang in der Kunst. Heute ist Gudula Orth darüber froh: „Ich kann immer wieder Neues ausprobieren, ohne auf wirtschaftliche Zwänge oder Trends Rücksicht nehmen zu müssen.“

Stürmisches Meer und südliche Sonne

Von der Lust an – künstlerisch wie geografisch - immer neuen Wegen, spricht auch ihre Ausstellung im Seniorenzentrum, die eine kleine Vernissage im Beisein vieler interessierter Bewohner eröffnete. Da erblühen die Mohnblumen in fröhlich leuchtendem Rot, schlagen die Wellen der Nordsee unter stürmisch-grauem Himmel fast hörbar an den Strand. Ein paar Schritte weiter zeugen südlich-sonnige Landschaften von Reisen nach Kroatien, Griechenland und Myanmar. Mehr aus Dissen im Netz 

Leben aus verbrannter Erde

Ihre einladende Idylle kontrastiert mit den dunklen Farben einer kleinen Afrika-Serie, die auf verbrannter Erde in hoffnungsvollem Grün neues Leben wachsen lässt. Immer wieder ziehen zudem informelle Werke die Blicke auf sich, die mit nurmehr angedeuteten Formen der Fantasie freien Lauf lassen. Dabei verleiht Gudula Orth den in Acryl auf Leinwand gehaltenen Bildern mit eingearbeiteten Elementen wie Folie oder Papier zusätzlich Struktur und Tiefenwirkung.

Gerne geht die Bielefelderin mit Malutensilien und Klapphocker direkt in die Landschaft. Dabei lässt sie sich weder in Stil und Motiven noch hinsichtlich der Materialien festlegen. Im Foyer beweisen deshalb eine Reihe von Aquarellen, dass sich Gudula Orth, die seit einigen Jahren gemeinsam mit drei weiteren Künstlerinnen im „Atelier Oststraße“ in Bielefeld arbeitet, auch auf die zarten Töne und feinen Farbverläufe versteht.

Vernissage mit Chor „Fidelio“

Von Bildern aus den 90er Jahren bis hin zu Werken, deren Farben kaum getrocknet sind, spannt sich der zeitliche Bogen der Ausstellung, die sich dank einer stimmigen Werksauswahl ansprechend in das Ambiente des Seniorenzentrums einfügt. Die Ausstellungseröffnung nahm der Chor „Fidelio“ zum Anlass, zu den selbst geschriebenen Notenblättern zu greifen, denn: „Ein bunter Blumenstrauß an Tönen soll diese Vernissage verschönen.“ Passend zu den Landschaften im Obergeschoss griff zudem Mitarbeiter Kaelo Mokalake mit afrikanischen Rhythmen zur Gitarre.