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Konzert mit Wohnzimmeratmosphäre Pianistin Natalia Palamartschuk in Dissener Villa Blavius

Von Danica Pieper | 26.10.2014, 13:41 Uhr

Eine direkte Verbindung zwischen Künstler und Publikum schaffen – das will die Konzertreihe „Musik zu Anfassen“. Für die dritte Auflage paarten die Veranstalter erneut hohe Kunst mit gemütlicher Atmosphäre: In der Dissener Villa Blavius gab Pianistin Natalia Palamartschuk Ausschnitte aus ihrem Repertoire zum Besten, die von Barock bis Swing reichten.

„Die Idee für Musik zum Anfassen kam uns im letzten Jahr. Wir wollten in Dissen eine kulturelle Veranstaltung auf hohem Niveau anbieten, die ganz nah am Publikum ist“, erklärte Uwe Blavius, der die Konzertreihe gemeinsam mit Opernsängerin Claudia Oddo und Pianistin Natalia Palamartschuk ins Leben gerufen hatte.

Nach einem Einführungskonzert, das die Reihe vorstellte, und einem Sommerkonzert mit Oddo, ihrem Chor „Mondo Mondiale“ und dem „Günther Sanin Quartett“ aus Verona spielte Palamartschuk jetzt bei einem Herbstkonzert für etwa 70 Gäste.

Plauderei mit den Gästen

Nah kamen die Gäste der Pianistin auf jeden Fall: Im überschaubaren Saal der Villa saßen sie dicht gedrängt vor der Bühne. Wichtiger als die physische Nähe war den Organisatoren jedoch, eine persönliche Atmosphäre zu schaffen. So plauderte Palamartschuk ungezwungen mit dem Publikum und erzählte Anekdoten zu den Komponisten und ihren Werken.

Im ersten Teil des Abends widmete sich die Pianistin Klassikern der europäischen Musikgeschichte. Von Bachs „Ave Maria“ ging es zu Chopins „Impromptu in cis-Moll“ und Beethoven „Pathétique“. Unterstützung erhielt Palamartschuk dabei von befreundeten Musikern. Mit der in Georgsmarienhütte lebenden Pianistin Halina Schimpf spielte sie zwei Schubert-Stücke vierhändig, während Multiinstrumentalist Genadij Potaschnik sie bei Mozarts „Rondo in C-Dur“ an der Klarinette begleitete. Eine besondere Überraschung war der Auftritt von Monika Strautmann: Die Perkussionistin aus Bad Laer spielte auf dem „Gubal“ – ein neues Instrument, das wie ein Ufo aussieht, aber sieben verschiedene Töne produziert, die mal dumpf-düster, mal glockenhell klingen.

Der zweite Teil des Konzerts war internationaler geprägt. Nach den „Spanischen Tänzen“ von Moritz Moszkowski, die Palamartschuk gemeinsam mit Schimpf darbot, spielte die Pianistin einige lateinamerikanische Stücke, unter anderem von Astor Piazzolla. Zum Abschluss wurde es dann beschwingt: Mit Glenn Millers „Moonlight Serenade“ und dem „Colonel Bogey March“ entließen Palamartschuk und Potaschnik (diesmal an Alt- und Sopran-Saxofon) die Gäste bestens gelaunt.

Zusatzkonzert

Das Weihnachtskonzert der Reihe am 21. Dezember ist bereits ausverkauft. Ein Zusatzkonzert findet am 30. November um 18 Uhr in der Villa Blavius statt. Auf dem Programm stehen Weihnachtslieder, geistliche Werke, Opernmusik, Filmmusik und Pop, gesungen von Claudia Oddo und „Mondo Mondiale.“ Wem das nicht reicht, dem versprach Gastgeber Blavius schon jetzt: „Im nächsten Jahr setzen wir die Reihe fort.“