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Jetzt soll Kreis Farbe bekennen Dissener Gesamtschule: Mutig gegen das Vakuum

Von Stefanie Adomeit | 22.06.2017, 15:39 Uhr

Über 300000 Euro steckt Dissen in den Um- und Ausbau seiner neuen Gesamtschule. 63000 Euro davon werden über den Nachtragshaushalt finanziert. Für den Schulstandort sei das die absolut richtige Entscheidung, betonten alle Fraktionen. Nicht nur, weil sonst, nach dem Aus für die Hauptschule, ein Vakuum entstanden wäre. Auch, weil die Stadt das kleine Zeitfenster für die Realisierung der Schule genutzt habe.

 63 Elternpaare haben ihre Kinder für die fünfte Klasse der Gesamtschule angemeldet. „Es werden sicher noch mehr, berichtete Sandra Schlie (CDU). Sie ist sicher: „Die Schule wird wachsen und gedeihen wie der Baum auf ihrem Logo.“ Dissen zeige sich so als zukunftsfähiger Schulstandort für die nächsten Generationen.

So richtig es sei, dass Dissen nicht auf die Entscheidung des Landkreises über eine Südkreis-IGS gewartet habe und selbst viel Geld für die Schule in die Hand nimmt, erwartet Jürgen Dallmeyer (UWG), dass sich der Kreis künftig an den Kosten beteiligt. „Er hat sich Melle und Bramsche Millionen kosten lassen“, es wäre zutiefst ungerecht, wenn er Dissen im Regen stehen ließe.

Schüler wären abgewandert

„Wir investieren in die Zukunft der Schule und finanzieren die neue Mensa. Das zeigt, dass wir nicht auf andere warten. Denn sonst würde es unsere Gesamtschule nicht geben“, betonte Wilhelm Meyer zu Erpen von den Grünen. Andreas Austmeyer (CDU) pflichtete ihm bei: „Das stimmt absolut. Wenn wir nicht so mutig gewesen wären, wäre ein Vakuum entstanden, Eltern und Schüler wären abgewandert. Jetzt beweisen wir uns als verlässlicher Partner.

Verzögerungstaktik des Kreises

Zustimmung auch von Heinz-Günter Stolle von der SPD: „ Das lange Reden im Kreistag über eine Südkreis-IGS war eher eine Verzögerungstaktik. Es ist gut, dass wir das gar nicht so große Zeitfenster genutzt haben und mit unserem Antrag schnell waren. Ich freue mich, dass die Eltern so ein großes Vertrauen in das Dissener Schulwesen haben.“ Die Schule werde gebraucht, schließlich gebe es einen Boom beim Wohnbau. „Der wird anhalten. Und auch unser Kita-Bedarf steigt und steigt.“ Zuversichtlich äußerte sich auch Jochen Meyer zu Drewer (CDU): „Wir werden das in Dissen rocken.“

Drei Pädagogen zur Wahl

Zuvor hatte der Rat beschlossen, der neuen Gesamtschule den Namen Hermann-Freye-Schule zu geben. Immerhin drei verdiente Dissener Pädagogen wären als Namensgeber infrage gekommen, neben Freye Ida Eberhard und Wilhelm Schwarte.