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Im KuK-Haus am Krümpel Feldkamp-Ausstellung beginnt am Freitag in Dissen

Von Petra Ropers | 29.07.2014, 19:32 Uhr

Seine liebevoll restaurierten Räume atmen Geschichte, sind Schauplatz niveauvoller Ausstellungen, kontrastreicher Lesungen – und einer der Lieblingsorte von Klaus-Dieter Weitzel. Verwunderlich ist das nicht. Schließlich hat sich der Vorsitzende des Kunst- und Kulturvereins selbst maßgeblich dafür eingesetzt, das Dissen mit dem KuK-Haus am Krümpel ein stilvolles kulturelles Zentrum erhielt.

Dabei waren die Anfänge alles andere als einfach. Erhebliche Mittel und unzählige Stunden Arbeit der Mitglieder waren nötig, um das aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende Fachwerkhaus zu renovieren, das seit 2009 in Vereinsbesitz ist. Ein Jahr zuvor feierte der KuK seinen zehnten Geburtstag. Seine Skeptiker hatte der Verein da schon längst überzeugt. „Wir sind eine Industriestadt – wir brauchen so etwas nicht“, hieß es noch zu Zeiten seiner Gründung. Inzwischen ist unumstritten: Wer hochkarätige Kultur sucht, der fährt nach Dissen.

Namen wie Udo Lindenberg, Fritz Rau, Christo und Jeanne-Claude oder Armin Mueller-Stahl holte der KuK bereits in die Stadt. Und das nächste Highlight steht unmittelbar bevor: Ab Freitag, 1. August, stellt die europaweit bekannte Künstlerin Maria Feldkamp im KuK-Haus aus. „Augenblicke und irdische Orte“ überschreibt sie ihre überwiegend als Materialarbeiten gehaltenen Werke – darunter auch eine eigens für die Ausstellung in Aquatinta geschaffene Hommage an Dissen.

Skulpturen, Malerei, Farbholzschnitte und Kunst aus Schrott: Das Spektrum der Ausstellungen ist breit und erhält durch die urigen Räume mit ihren alten Fachwerkbalken und dem eindrucksvollen Kamin einen ganz besonderen Reiz. „Vor der Restaurierung des Hauses haben wir abwechselnd in verschiedenen leer stehenden Immobilien ausgestellt“, erinnert sich Klaus-Dieter Weitzel. Durchaus interessante Stätten waren darunter – etwa das alte Sägewerk in den Dieckmann’schen Hallen. „Ihr seid ja verrückt“, hörte Weitzel angesichts des ungewöhnlichen Ortes damals von gleich mehreren Seiten.

Dessen ungeachtet wurde die Ausstellung mit Industrieflair ein voller Erfolg. Weitere Ausstellungen folgten in der alten Druckerei Beucke, dem historischen Kaufhaus Kleine-Tebbe in Bad Rothenfelde, der Homann’schen Sandsteinvilla und der Krümpel-Villa. Doch erst das Haus am Krümpel ermöglichte die Entwicklung, die dem KuK heute nicht nur kunstinteressierte Besucher, sondern auch Mitglieder aus der ganzen Region beschert. Der Schritt vom Kleinstadt-Verein zu einem Kunstverein für den ganzen Südkreis ist programmiert und bereits fest geplant.

Für Klaus-Dieter Weitzel ist das KuK-Haus unterdessen nicht nur ein Ort, dem er sich als Vorsitzender des Vereins verbunden fühlt. Er genießt auch ganz persönlich die Begegnung mit der Kunst, mit Künstlern und Besuchern: „Ich mag es, schöne Dinge zu sehen und auch andere daran teilhaben zu lassen.“ Und daran lässt er es im KuK-Haus gar nicht erst mangeln.

So dürfen sich die Fans des Cartoonisten und Karikaturisten Peter Gaymann bereits auf eine Doppelausstellung mit dem Schriftsteller Winfried Bornemann freuen: Im November flattern Gaymanns humorige Hühner bildreich durch die Räume. Das KuK-Haus wird dann erneut zu einem Anziehungspunkt für Besucher von beiden Seiten der Landesgrenze und zu einem Lieblingsort vieler Kulturfreunde.