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Fund bei Hausdurchsuchung Unerlaubter Waffenbesitz von Pistole, Patronen und Butterflymesser: Dissener muss zahlen

Von Henning Müller-Detert | 23.09.2011, 09:44 Uhr

Ein 48-jähriger Dissener ist wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Das Amtsgericht Bad Iburg verhängte am Ende der Verhandlung 50 Tagessätze zu je 35 Euro. Der Angeklagte räumte die Tat zwar ein, die Verteidigung war dennoch der Meinung, dass ihr Mandant nicht hätte verurteilt werden dürfen. Im vergangenen März hatten Polizisten bei ihm eine Pistole mit zwei Patronen sowie zwei Butterflymesser gefunden. Der Dissener berichtete nun, dass die Schusswaffe aus dem Nachlass seines Vaters stamme. Die Messer habe er hingegen vor Jahren seinen beiden Kindern abgenommen, die drei Waffen dann aber nicht abgegeben. Daraufhin war ein Strafbefehl über 60 Tagessätze zu je 40 Euro ergangenen, gegen den der Angeklagte Einspruch eingelegt hatte.

Die Verteidigung argumentierte nun, dass die Hausdurchsuchung nicht rechtmäßig gewesen sei: Die Einsatzkräfte seien wegen eines anonymen Anrufs tätig geworden, der zuständige Richter habe ohne weitere Informationen einfach dem Willen der Polizei entsprochen, sagte der Rechtsanwalt. Darüber hinaus sei es in dem Hinweis um Drogen gegangenen, die aber gar nicht gefunden worden seien.

Die Staatsanwaltschaft, deren Forderung dem Strafbefehl entsprach, und das Gericht sahen die Sachlage aber anders. Die Krux für den Richter: Der Angeklagte habe die Tat von vornherein eingeräumt – insofern sei unerheblich, ob die Durchsuchungsergebnisse überhaupt als Beweismittel hätten herangezogen worden dürfen. Darüber hinaus erfolgte noch die Ermahnung in Richtung Angeklagten: „Man kann sich viele Szenarien vorstellen“, sagte er mit Blick auf eine mögliche Verwendung der Schusswaffe.