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"Buckelpiste" bleibt Ärger in der Schützenstraße in Dissen – Aufpflasterung am Friedhof wird nicht abgesenkt

Von Simone Grawe | 16.09.2011, 14:04 Uhr

Lange hat die Sanierung gedauert, ehe im März die Bauarbeiten auf der neu gestalteten Schützenstraße und in den umliegenden Bereichen beendet waren. Doch kaum rollt der Verkehr, da gibt es schon Beschwerden der Anlieger: Ihrer Ansicht nach sind die Fahrbahnschwellen in Höhe des Friedhofs zu hoch. Von einer „Buckelpiste“ aufgrund der hohen Aufpflasterung ist die Rede. Was ist zu tun? Erneut buddeln und absenken, oder alles so lassen, wie es ist? Im jüngsten Bau- und Werksausschuss entwickelte sich dazu eine leidenschaftliche Diskussion.

Schon kurz nach der Freigabe der „neuen“ Schützenstraße, die nun Tempo-30-Zone ist, hatten sich mehrere Anwohner über die Höhe der Aufpflasterung beklagt und einen Rückbau gefordert.

Der Bauausschuss reagierte prompt und traf sich im April zur Ortsbesichtigung. In der anschließenden Sitzung wurde je nach Messpunkt eine Höhe zwischen 6,5 und 8 Zentimetern festgestellt: „Wobei sich der Pflastervorstand noch um rund einen halben Zentimeter absenken wird“, hatte die Bauabteilung seinerzeit betont. Gleichwohl schlug die Verwaltung seinerzeit eine Abflachung vor, um „grundsätzlich die positive Beurteilung der gesamten Ausbaumaßnahme Schützenstraße nicht zu beeinträchtigen“.

Diesen Faden nahm die CDU-Fraktion im August auf und beantragte ebenso eine Absenkung, „da keine Besserung der Situation festgestellt wurde,“ wie es Fraktionsvorsitzende Stefanie Hörning in dem Antrag formulierte. Wünschenswert wäre eine gleichmäßige Höhe aller Aufpflasterungen in der Schützenstraße.

„Da muss etwas passieren“, untermauerte Michael Menzel (CDU) jetzt in der Sitzung die Forderung seiner Fraktion. Die Aufpflasterung sei einfach zu hoch, Autofahrer würden sogar über den Bürgersteig fahren: „Das geht gar nicht,“ beschrieb er die Situation, nachdem es eine weitere Zusammenkunft der Bewohner gegeben hatte.

Dieser Auffassung schloss sich der Bauausschuss jetzt allerdings nicht an. Die Mehrheit folgte vielmehr einem Antrag von Jürgen Dallmeyer, der gefordert hatte, den jetzigen Zustand zu belassen, die Angelegenheit zu prüfen und nach einem Jahr zu schauen, ob sich das Pflaster eventuell gesenkt hat: „Zweimal Geld in die Hand nehmen geht nicht,“ argumentierte der FDP-Ratsherr. Denn: Eine Änderung würde Kosten von 3000 Euro verursachen.

Hartmut Nümann (SPD) gestand ein, dass es in der Tat schwierig sei, das Hindernis am Friedhof mit 30 km/h zu überfahren: „Die Schwelle ist wirklich hoch, aber es ist ja gewollt, hier langsam zu fahren.“ Problematisch sei jedoch die Rücksichtslosigkeit der Autofahrer, ergänzte Peter Lippold (CDU).

Und wer rast hier am meisten? In der Mehrzahl der Fälle die Anlieger wohl selbst, lautete der Tenor. Dennoch: Um die „Buckelpiste“ zu entschärfen und den Wünschen der Mehrheit der Anlieger entgegenzukommen, solle der Bereich abgepflastert werden, forderte Ausschussvorsitzender Reiner Marjenau. Mit fünf zu zwei Stimmen lehnte die Mehrheit dies jedoch ab, sodass nun alles beim Alten bleibt.