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Berufsorientierungsprojekt Dissener Schüler bekommen Handwerkerpass

Von Carolin Hlawatsch | 28.12.2015, 11:39 Uhr

In die drei Berufsfelder Elektrotechnik, Hauswirtschaft und Metallbau schnupperten 14 Achtklässler der Teutoburger-Wald-Schule Zehn Wochen lang nahmen sie neben dem Unterricht jeden Mittwoch vier Stunden am „Handwerkerpass-Projekt“ des Lernstandorts Noller Schlucht teil. Für ihre Leistung bekamen sie das Zertifikat Handwerkerpass im Rahmen einer Feierstunde in der Aula ihrer Förderschule überreicht.

Direkt nach den Sommerferien wählten die Schüler einen der drei Berufsbereiche und starteten in eine Zeit voller neuer Erfahrungen. Fünf von ihnen entschieden sich für Hauswirtschaft und kochten, backten, bügelten und dekorierten zusammen mit Anleiterin Martina Braniewicz.

Berufswunsch Koch

„Ich möchte später gerne Koch werden“, ist sich Mirco (14) aus Dissen, einziger Junge in der Hauswirtschafts-Gruppe, nun sicher. Seine Spezialität seien Eier in Senfsauce, verriet er, bevor er stolz sein Zertifikat entgegennahm. Die fünf „Metallbauer“ rund um Ausbilder Dieter Both-Rother erlernten den Umgang mit dem Schleifstein, schnitten Blechherzen mit der Schablonentechnik und bemalten diese später mit bunten Motiven.

Bauwagen mit Strom versorgt

Schüler Niko (15) aus Bad Laer entschied sich, wie drei seiner Mitschüler, für den Bereich Elektrotechnik: „Mein Vater ist Elektriker und ich habe nun gemerkt, dass ich so etwas später auch gerne beruflich machen will“. Unter Anleitung von Harald Hermann versorgten die Schüler einen Bauwagen des Lernstandorts Noller Schlucht mit Strom und elektrischer Heizung und bastelten Holzweihnachtsbäume aus Holz mit LED-Beleuchtung.

Berufe ausprobieren

„Am Ende der zehn Wochen soll jeder Schüler ein Arbeitsergebnis wie zum Beispiel das selbstgebaute Metallherz oder den Lichter-Weihnachtsbaum mit nach Hause nehmen, aber vor allem auch ein großes Paket mit neuen Eindrücken und Erfahrungen“, erklärte Schulsozialarbeiterin Mignon Dunker, die das Handwerkerpass-Projekt an der Teutoburger-Wald-Schule leitet. Vor rund sieben Jahren entwickelte sie es zusammen mit dem Team des Lernstandorts Noller Schlucht. Ziel sei es, dass sich die Schüler in den Berufen ausprobieren können. Wenn sie dabei merken, dass die gewählte Arbeit nicht die Richtige für sie ist, können sie in einen der anderen, angebotenen Bereiche wechseln.

Gut für beide Seiten

Derk van Berkum, Geschäftsführer des Lernstandorts Noller Schlucht und Koordinator des Projekts, sieht darin eine gegenseitige Bereicherung: „Den Jugendlichen dient es zur Berufsorientierung und auch der Lernstandort profitiert. Von den Schülern erbaute oder reparierte Gegenstände werden von uns weiter genutzt“. So käme der nun mit Elektrizität ausgestattete Bauwagen beim Projekt „Jugend stärken im Quartier“ zum Einsatz. (Weiterlesen: Mehr zum Thema Bildung lesen Sie im NOZ-Themenportal.) 

Weiterer Baustein

Das Angebot „Handwerkerpass“ wird von der Maßarbeit, der Agentur für Arbeit, dem Förderverein der Teutoburger-Wald-Schule, sowie einem geringen Eigenanteil der Schüler finanziert. Es ist neben Bewerbungstraining und Kompetenz-Feststellungsverfahren ein weiterer Baustein der Berufsorientierung an der Dissener Förderschule. Das am Ende überreichte Zertifikat dokumentiert das Engagement der Schüler und kann später der Bewerbung beigelegt werden.