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Aus zum Schuljahresende Teutoburger-Wald-Schule in Dissen schließt

Von Alexander Heim | 15.06.2017, 17:19 Uhr

Die Teutoburger-Wald-Schule (TWS) in Dissen stellt zum Schuljahresende den Betrieb ein. Am Mittwoch hatten ehemalige und aktuelle Schüler und Lehrer Gelegenheit, sich bei einem gemütlichen Nachmittag an die Zeit in der Lehranstalt zu erinnern.

„Wir sind alle sehr, sehr traurig“, sprach Lehrerin Anne Zurhorst aus, was viele – aktuelle wie ehemalige – Kollegen einhellig dachten. Um noch einmal in Erinnerungen schwelgen zu können, ein Wiedersehen zu feiern, aber auch ein Stück weit Abschied von den gemeinsam erlebten Stationen an der TWS nehmen zu können, hatte ein Organisationsteam um Schulleiter Jörg Lange zu einem gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen eingeladen. Biergarten-Ensembles auf dem Schulhof boten bei sommerlichen Temperaturen den richtigen Rahmen für zahlreiche gute Gespräche. Auch die Klassenräume standen noch einmal weit offen, um einen letzten Blick hinein zu werfen. Viele Ehemalige – Lehrer, Mitarbeiter wie Schüler – nutzten die Gelegenheit, kamen dafür zum Teil sogar mehrere Hundert Kilometer angereist.

Darüber hinaus wohnten auch Vertreter von Landkreis, Rat und Verwaltung dem ungewöhnlichen Abschlusstreffen bei, so etwa Kreisrat Matthias Selle, der Fachdienstleiter Schulen beim Landkreis Osnabrück, Volker Trunt, Dissens Erster stellvertretender Bürgermeister Heiner Prell oder sein Kollege aus Bad Rothenfelde, Edmund Tesch. Auch langjährige Gesprächs- und Kooperationspartner seitens des Jugendamtes, des KiFaZ oder der ortsansässigen Schulen fanden ihren Weg an die Bahnhofsstraße 3.

„Es gehen jetzt zwölf Schülerinnen und Schüler ab“, erläuterte Förderschul-Rektor Jörg Lange. „Mit 16 verbleibenden Schülern kann man keine Schule mehr führen“, erklärte der 49-Jährige. „Für die Lehrer, die in der Inklusion tätig sind, ändert sich wenig. “ Er freut sich, dass die Kollegen in kein Loch fallen werden. Bedauerlich findet er hingegen, „dass die Wahlfreiheit, die für die Kinder vorgesehen ist, beschnitten wird und der freie Wille damit entfällt.“

Sehr gute Erfahrungen hatten die Lehrer und Eltern über die Jahre hinweg mit dem Kooperationsmodell gesammelt, das eine pädagogische Doppelbesetzung vorsah und gemeinsam mit den Regelschulen vor Ort gestaltetet wurde. „Damit sind auch die Schüler sehr gut zurechtgekommen“, führt Jörg Lange aus. „Aber: Es gab immer welche, die dort nicht zurechtgekommen sind, und wenn es nur 20 Prozent waren. Die haben wir dann hier vor Ort beschult.“ Diese Möglichkeit wird nun allerdings entfallen.

Noch zieren die selbstgestalteten Plakate die Wände auf den Schulfluren. Foto-Collagen erzählen in den Schaukästen ein Stück Schulgeschichte. Und in der Aula ist alles für die Entlassungsfeier am Freitag, 16. Juni, vorbereitet. Doch am letzten Tag vor den Sommerferien wird der Schlüssel ein letztes Mal herum gedreht. Für die Schülerinnen und Schüler wird es nach den Sommerferien in inklusiven Kontexten oder an der Comeniusschule in GMHütte weiter gehen. Was mit dem Schulgebäude in Dissen weiterhin passiert, ist derzeit noch offen.

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