Kooperative mit Noller Schlucht Schmackhaft und lehrreich: Der Dissener Grundschulgarten

Von Silke Bicker

Die Garten-AG der Grundschule Dissen ist stolz auf ihr Kräuterbeet. Foto: Silke BickerDie Garten-AG der Grundschule Dissen ist stolz auf ihr Kräuterbeet. Foto: Silke Bicker

Dissen. Die Schulgarten-AG der Grundschule Dissen und das Regionale Umweltzentrum (RUZ) Noller Schlucht arbeiten in einer Gartenkooperative zusammen. Dabei lernen die Kinder eigenhändig zu gärtnern und ganz nebenbei viel Naturkunde.

Während der großen Pause spielen viele Kinder gerne auf dem Pausenhof. Die Garten-AG hingegen schätzt an heißen Tagen den Wert eines heißen, selbst aufgebrühten Tees aus Schokominze und anderen Kräutern. So selbstständig, wie die Kinder verschiedene Blätter aus ihrem Beet zupfen, mischen und aufbrühen, merkt man: Sie trinken ihren Kräutertee gerne.

Die Kinder kennen „ihre“ selbst aufgezogenen und gepäppelten Pflanzen sehr gut. Das betrifft sowohl ihre Eigenschaften als auch ihren Geschmack und ihren Nutzen.

Kräuter und Gemüse

Das kleine Beet der Grundschule beherbergt Salate und Wildkräuter. Die Schüler säen die Pflanzen natürlich auch selbst aus und lernen so auch die Blüten und Samenstände von Feldsalat, Erbsen und anderen Nutzpflanzen kennen. Während der Schulgarten eher minimalen Platz bietet, können die Schüler auf den Flächen an der Noller Schlucht auch Gemüse pflanzen.

„Die Kinder lernen ökologische Kreisläufe kennen. Jede Klasse hat auch einen kleinen Regenwurm-Schaukasten. Die Kinder füttern die Tiere, pflegen sie und wissen, welchen Stellenwert Regenwürmer im Boden haben,“ erkläret Maria Hannig, die Leiterin der Garten-AG. In den Ferien betreut jeweils ein Kind einen der buchgroßen Kästen, damit die Würmer die Sommerferien gut überstehen.

Ressourcen schonen

„Und sie lernen das Pendant der Zivilgesellschaft zur Natur kennen. Je weniger Ressourcen wir einsetzen, desto besser,“ führte Derk van Berkum, Leiter des RUZ Noller Schlucht locker aus. Denn es gibt dort auch einen Kreislauf für die Müllverwertung.

Um ihren Garten am RUZ zu bewirtschaften, machen die Schüler einen kleinen Ausflug, denn dieser ist rund zwei Kilometer von der Schule entfernt. Sie gehen dort zu Fuß hin, gärtnern, spielen und genießen eine Brotzeit, ehe sie wieder zurücklaufen. „Viele Erstklässler sind nach solchen halbtägigen Ausflügen fertig. Man merkt, welche Eltern mit ihren Kindern oft nach draußen gehen und welche nicht,“ erklärte Schulleiterin Birgit Kaiser.

Den echten Geschmack schätzen

So kommen noch die Aspekte Gesundheit durch Bewegung an der frischen Luft und Entspannung hinzu. Wichtig ist den Initiatoren aber auch, dass die Kinder den natürlichen Geschmack echter Pflanzen erkennen und genießen. Auch wenn viele Kinder zu Anfang meinen, die Schokominze schmecke wie After Eight. Denn das stimmt ja auch. Der Extrakt der Schokominze wird vorrangig für Minzgeschmack in Schokoladen verwendet.