zuletzt aktualisiert vor

US-amerikanisches Elektroauto Dissener Filmstudent dreht Werbefilm über Tesla

Von Andre Pottebaum


Dissen. Elektroautos der Marke Tesla sind seit Jahren in aller Munde, doch klassische Werbung schalten die US-Amerikaner nicht. Für den Dissener Filmstudenten Florian Steidel Grund genug, einen Werbefilm über die teuren Alleskönner zu drehen. Wir haben ihn bei den Dreharbeiten begleitet und einen Blick hinter die Kulissen der Produktion geworfen.

Auf der Rechenbergstraße zwischen Dissen und Wellingholzhausen ist an diesem Morgen viel los: Zwei Polizeiautos sperren die Straße für einen Werbedreh. Über ein Mikrofon gibt Florian Steidel seinem Fahrer letzte Anweisungen, sein Kameramann startet die Aufnahme. Entlang der kurvigen Straße bewegt sich das luxuriöse Fahrzeug ganz langsam, fast bedächtig. Nur das Rauschen der Blätter ist zu hören. „Die Einstellung ist gekauft“, gibt Steidel grünes Licht für die erste Szene.

Seit Oktober 2014 studiert der gebürtige Dissener Filmregie an der Ruhrakademie in Schwerte. Nun kehrte der 23-Jährige für einen Werbedreh in seine Heimat zurück, samt Equipment und Filmcrew. Vor gut zehn Monaten begann er mit der Planung seines Vorhabens. Die ersten Aufnahmen wurden in Dortmund gedreht, das Ende in seiner Heimat Dissen. „Ich wollte unbedingt selbst einen Werbefilm drehen. Und da ich Fan von Tesla bin, ist mir die Idee gekommen, beides zu kombinieren“, sagt der angehende Akademiker.

Schauspieler aus Italien

Auf dem Phoenix-Gelände in Dortmund, einem stillgelegten Stahlwerk mit Hochofen, wurde ein Großteil der Aufnahmen eingespielt. Zwei Tage lang drehte eine Crew von 15 Mitarbeitern, darunter ein Schauspieler, der eigens aus Italien eingeflogen wurde. „Ich habe bei verschiedenen Schauspielschulen angefragt, jedoch ohne Erfolg. Schließlich hat sich eine Agentur bei mir gemeldet und den Kontakt zu dem Schauspieler hergestellt“, sagt der 23-Jährige.

Die Filmaufnahmen zeigen eine Szene abseits der Zivilisation. Auf einem leeren Industriegelände sucht ein Mann nach Kraftstoff, um sein liegengebliebenes Auto wieder in Gang zu setzen. In der düsteren Werkshalle wird er schließlich fündig, doch nicht wie erwartet. Unter einer Plane entdeckt er ein Elektroauto, das ihm eine neue Art der Fortbewegung ermöglicht. „Es war gar nicht so leicht, die Leute von dem Projekt zu überzeugen, da sie größtenteils für umme gearbeitet haben“, erklärt Steidel.

Ähnlich erging es ihm bei der Suche nach einem passenden Fahrzeug für die Werbeaufnahmen. Über ein Internetforum für Tesla-Begeisterte startete Steidel eine Anfrage, die zunächst ergebnislos verlief. Schließlich meldete sich der Betreiber des Forums bei ihm, ein Unternehmensberater aus Mülheim an der Ruhr, der seinen Wagen – ein „Model X“ – mit Freuden zur Verfügung stellte.

(Weiterlesen: Kameramann aus Bünde holt Gold bei Studenten-Oscars)

Wettbewerb von Tesla

Die letzten Einstellungen drehte der Student schließlich in Dissen, nachdem er sich mit dem Landkreis sowie dem Land Niedersachsen auf eine Genehmigung einigen konnte. Rund 5000 Euro investierte der 23-Jährige in die Produktion des Werbespots, um Kontakte zu knüpfen und praktische Erfahrungen zu sammeln, aber auch um die Menschen für die Marke Tesla zu begeistern, wie er selbst sagt. „Ich kann mir gut vorstellen, später professionelle Werbefilme zu drehen“, so Steidel.

Anfang Mai hat der Dissener seinen Werbespot auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht und seine Aufnahmen einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Zeitgleich wird er seinen Film bei Tesla einreichen, die vor wenigen Monaten einen Video-Wettbewerb ausgerufen haben. Dann wartet im Idealfall eine Einladung in die USA und eine Werbeplattform beim wohl bekanntesten Hersteller für Elektroautos auf den Filmstudenten.