Mit Margarine groß geworden Firmengeschichte: Homann vor mehr als 140 Jahren in Dissen gegründet


Dissen. Die Firma Homann blickt auf eine über 140-jährige Unternehmensgeschichte in Dissen zurück. Am 8. November 1876 wurde das Unternehmen von Heinrich-Friedrich (später nur Fritz genannt) Homann in Dissen gegründet und hinter dem Krümpel-Garten erbaut.

Zu Beginn produzierte die Firma westfälische Fleisch- und Wurstwaren. 1882 begann Fritz Homann mit der Produktion von Margarine. Die Ausweitung der Margarineproduktion führte schließlich zur Aufgabe der Fleisch- und Wurstwaren Herstellung. Hier informieren wir Sie live über die Ereignisse an den Standorten Dissen und Bad Essen.

1883 entstand die Betriebskrankenkasse . Im Jahr 1905 wurde eine Werkfeuerwehr gegründet. Nach dem Tod des Firmengründers im Jahr 1914 übernahmen die Söhne Fritz und Hugo Homann die Geschäftsführung.

In Magdeburg entstand 1922 ein Zweigbetrieb und zwei Jahre später in Dissen eine Speiseöl-Raffinerie. 1929 ging Homann eine Verbindung mit dem niederländisch-britischen Konzern Unilever ein, weil dem Dissener Unternehmen die vom Gesetzgeber für die Margarineherstellung vorgeschriebene Ölmühle fehlte. Mehr aus Dissen im Netz

Im Jahr 1937 starb Gründersohn Fritz Homann, Hugo Homann leitete von nun an das Unternehmen allein durch die Kriegsjahre. Nach dem Kriegsende 1945 wurde der Betrieb in Dissen mit 260 Mitarbeitern weitergeführt. Bereits 1950 hatte das Unternehmen wieder seine alte Marktposition im Bereich Margarine, Fette und Öle erreicht.

Im gleichen Jahr begann die Firma mit der Produktion von Feinkost. Daraus entstand ein zweites Standbein. Ein neues Feinkostwerk wurde 1961 in Dissen eröffnet. 1968 übernahm Homann die Märkische Margarinefabrik in Berlin. Ein Jahr später wurden Homilla, die Homann Milchwerke Bad Laer, gegründet.

1976, 100 Jahre nach der Unternehmensgründung, erreichte Homann einen Umsatz von mehr als 300 Millionen D-Mark. 1900 Mitarbeiter produzierten 109.000 Tonnen Lebensmittel.

Nach dem Tod von Fritz Homann übernahm 1989 der Unilever-Konzern die Firma komplett. Das war das Ende des Familienunternehmens. Unilever spezialisierte sich am Standort Dissen auf Feinkostsalate. Am 6. Dezember 1993 wurde eine hochmoderne Salatfabrik eingeweiht. 1999 entstand die Beeck-Homann-Feinkostgruppe. Nach der Trennung von Unilever im Jahr 2000 wurde die Margarineproduktion aufgegeben.

Im Jahr 2007 kaufte Kamps mit seinem Investmentunternehmen IFR den Feinkosthersteller Homann und führte ihn mit der ebenfalls übernommenen Nordsee-Fischrestaurantkette unter dem Dach der HK-Food zusammen. Seitdem waren unter anderem der Bad Essener Feinkosthersteller Hamker, der polnische Fischfeinkostproduzent Lisner und der Bottroper Feinkosthersteller Nadler zur Homann-Gruppe gekommen – nicht zuletzt einstige Konkurrenten. HK-Food wurde 2010 von der Unternehmensgruppe Theo Müller (Müller Milch) gekauft.

In der Zeitung hieß es zum hundertjährigen Bestehen von Homann: „Geprägt wurde die positive Entwicklung der Homann Lebensmittelwerke in wesentlichem Maße durch die Bevölkerung des heimischen Raumes, die sich seit Generationen dem Unternehmen zugehörig fühlt. Viele hundert Arbeitsjubilare geben ein beredtes Zeugnis von dieser Firmentreue.“


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