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21.04.2017, 06:00 Uhr NUR NOCH EINE GNADENFRIST

Homann verlässt Dissen: Eine Stadt verliert

Kommentar von Stefanie Adomeit

Das Homann-Werk in Dissen soll geschlossen werden. Auch die Produktion in Bad Essen steht vor dem Aus. Foto: Jörn MartensDas Homann-Werk in Dissen soll geschlossen werden. Auch die Produktion in Bad Essen steht vor dem Aus. Foto: Jörn Martens 

Dissen. Was für eine Hiobsbotschaft: Homann will seine Werke in Dissen und Bad Essen schließen. 1200 Mitarbeiter verlieren allein am südlichen Teutoburger Wald ihren Arbeitsplatz. In einem 9300-Einwohner-Städtchen. Ein Kommentar.

Wer nach dem Aus für das Dissener Krankenhaus – auch das eine Gründung von Fritz Homann – dachte, schlimmer könne es für die Industriestadt kaum noch kommen, wird eines Schlechteren belehrt. Dissen kriegt’s mal wieder ab. (Weiterlesen: Homann-Werke in Dissen und Bad Essen vor dem Aus)

Dabei hat die Stadt ihre Hausaufgaben sorgfältig erledigt. Der Tisch für Feinkostsalate und Mayonnaise ist seit November gedeckt, wie von Theo Müller bestellt verkehrsgünstig an der A33 gelegen. 20 Hektar hat die Verwaltung freigeräumt. Keine leichte Aufgabe.

Es hat nichts genützt. Müller macht das, wofür er bekannt ist – und was man ihm nicht mal verdenken kann. Er rechnet. Und dabei kommt Dissen offenbar schlecht weg. Trotz hervorragend ausgebildeter Mitarbeiter, die teilweise schon seit Jahrzehnten unter dem gelben Butterturm malochen.

Dissen ist Homann. Und Homann ist Dissen. Abgezeichnet hat sich das Desaster schon länger. Immer wieder hat die Aretsrieder Homann-Mutter die Entscheidung über den Standort für den Neubau verschoben. Immer wieder bangten und hofften der Südkreis und das Wittlager Land. Jetzt gibt es wohl nur noch eine Gnadenfrist. Drei Jahre.