30 Jahre Lernstandort Noller Schlucht Kultusministerin gratuliert Dissenern

Von Frank Muscheid


Dissen. Zum 30-jährigen Bestehen des Lernstandorts Noller Schlucht hat Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt am Dienstag allen Beteiligten gratuliert. Etwa 90 Gäste kamen zu der Feierstunde vor Ort, darunter zwei Gründungsväter.

Sie freue sich, „so viele engagierte Menschen zu treffen“, so Heiligenstadt. Es sei ein außerschulischer Lernstandort der ersten Stunde, seit 1987 „ganz viel“ mit passgenauen Angeboten für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler geleistet worden. Sie bedankte sich bei den Gründungsvätern Professor Christian Salzmann und Schulamtsdirektor a.D. Heinrich Baeumer, bei Mitarbeitern und Lehrkräften. Sie trügen zu einem „wunderbaren Ort“ bei, der „tolle Möglichkeiten“ habe, „den jungen Menschen den Stellenwert der Natur“ näherzubringen, Emphatie und Handlungskompetenzen vermittle.

Weiterlesen: Die Krönung zweier Lebenswerke – Bundesverdienstkreuz für Christian Salzmann und Heinrich Baeumer

Globales Lernen

Besonders sei die pädagogische Vielfalt und die Verknüpfung der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE), der Jugendwerkstatt für den nachträglichen Hauptschulabschluss und der Angebote etwa für Hochbegabte und für die offene Ganztagsschule. Diese wolle die Landesregierung nachhaltig ausbauen. „Hier wird es lebendig umgesetzt“, so Heiligenstadt zu diesem von 58 außerschulischen Lernstandorten BNE in Niedersachsen, der zudem die Unesco-Anforderungen des „globalen Lernens“ erfülle.

Weiterlesen: Wortwitz mit Tiefgang – Kabarett in Dissen zum Jubiläum des Lernstandortes

Partner des Landkreises

Auch die stellvertretende Landrätin Christiane Rottmann übermittelte herzliche Glückwünsche. In seinen drei Jahrzehnten habe der Lernstandort „sehr vielen jungen Menschen Wissen, Werte und Rüstzeug für ein gutes Leben mit auf den Weg gegeben“. Und sich als „wichtige Säule der regionalen Bildungslandschaft“ etabliert und weiterentwickelt. Der Landkreis habe darin einen „langjährigen, zuverlässigen und fähigen Partner“ gefunden, etwa für seine „Maßarbeit“ und die gemeinsam initiierten Projekte etwa zur Schulpflichterfüllung. Sie lobte die „pädagogisch fein abgestimmte Herangehensweise“, das „Fördern und Fordern“ durch die „erfahrenen Mitarbeiter“ vor Ort, die die Zielgruppen erfolgreich erreichten.

Weiterlesen: Noller Schlucht mit Tag der Offenen Tür – Beste Produkte aus Apfel und Kürbis

Stadt sicherte Lernort

Bürgermeister Hartmut Nümann, Vorsitzender des Trägervereins, ging auf die Gründung des Osnabrücker Vereins zur Förderung des Regionalen Lernens und dessen Lernstandorts im Jahr 1986 ein. Die ersten Ideen seien 1984 in einem Symposium an der Uni Osnabrück entstanden, wo sich Christian Salzmann und Heinrich Baeumer begegneten und weitere Ideen entwickelten.

Eine davon, so Nümann: über Engagement für die eigene Region eine „regionale Identität bei Kinder, Jugendlichen, aber auch den Erwachsenen“ zu schaffen. Dafür sicherte sich die Stadt den ehemaligen Gasthof „Noller Schlucht“ und stellte ihn dem Verein zur Verfügung. Vor vier Jahren ging das Gebäude in Träger-Besitz über. Schon 1987 wurde der Standort um eine Werkstatt erweitert. 1998 kam die pädagogische Abfallberatung im Auftrag des Landkreises dazu, 1999 wurde die gemeinnützige GmbH gegründet. 2015 stiegen die Gründungsväter aus dem operativen Geschäft aus, wurde ein neuer Vorstand gewählt. Derzeit werde um eine finanzielle Beteiligung der Nachbarkommunen verhandelt. Dissen und der Landkreis zahlen jährlich je rund 40.000 Euro.

Weiterlesen: Lernstandort Noller Schlucht – „Jugendwerkstätten sollen wirtschaftlich werden“

An Anforderungen anpassen

Den Anforderungen der Politik „müssen wir uns immer wieder neu anpassen,“ so Geschäftsführer Derk van Berkum, der sich bei den Gründern, dem Team und allen Kooperationspartnern bedankte: „Wir arbeiten sehr gut zusammen, das würden wir gern weiter machen.“ Das Ratsmitglied dankte auch Stadt und Politik. Es sei „nicht immer einfach, wenn der Lernstandort auf der Tagesordnung steht. Meistens geht es da um Geld.“ Christian Salzmann zeigte seine Bilder in einer Ausstellung. Drei Jahrzehnte zum Thema hatte das Buffet – vom Mettigel bis zu mediterranem Fingerfood, mit Schallplatten, CDs und Kassetten als „Speisekarte“. Die Schülerinnen und Schüler Patricia Fresemann, Sophie Genieser, Daniel Schupp und Jona Stegedirk engagierten sich in ihrer Freizeit dafür.

Der Feierstunde vorausgegangen war ein Empfang im Rathaus mit Mitgliedern des Verwaltungsausschusses und den Leitungen der Dissener Schulen. Nümann hatte der Kultusministerin die Stadt und deren Schulen vorgestellt und mit deren Leitungen um die Integrierte Gesamtschule geworben. Die Schulen hätten besonders viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. „Bezüglich des Lehrpersonals brauchen wir große Unterstützung von der Landesschulbehörde“, so Nümann. Mehr aus Dissen im Netz


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN