Blick in die Geschichte Keimzelle von Dissen: Der Frommenhof

Waschtag auf dem Frommenhof: 1898 war der mit viel Handarbeit verbunden. Im Dissener Bach wurde die Wäsche gespült. Foto: Stadtarchiv DissenWaschtag auf dem Frommenhof: 1898 war der mit viel Handarbeit verbunden. Im Dissener Bach wurde die Wäsche gespült. Foto: Stadtarchiv Dissen

Dissen. Was heute noch verrammelt und verriegelt vor sich hin träumt, soll 2018 wieder ein Dissener Glanzlicht mit Geschichte sein. Und die begann früh.

Es war im Jahr 1180, als Fromold de Dissene den Hof als Pfandgut für 100 Mark Silber vom Bischof von Osnabrück kaufte und das Anwesen seinen Namen erhielt. Historiker gehen davon aus, dass das Anwesen deutlich älter ist. Ein gutes Jahrhundert später findet die Hofstelle als Eigentum des Klosters Oesede namens „Vromeking“ Erwähnung. Das bedeutete für die Bauern auf dem Frommenhof, dass sie ihrem Grundherren zu Arbeit und Abgaben verpflichtet waren, zu „Gerste und Hafer, dazu ein fettes Schwein von 100 Pfund und zwei Hühner“. Die Hörigkeit endete erst 1841. Nach einer Feuersbrunst 1832, bei der halb Dissen in Flammen aufging, musste der Hof neu aufgebaut werden, verwandelte sich zur Kaiserzeit in einen prächtigen Bürgersitz. Denn mit der Einheirat des Kaufmanns Heinrich Eberhardt war es mit dem bäuerlichen Leben vorbei. Das Haus wurde zur Villa umgebaut, ein parkartiger Garten entstand. Eberhardt betrieb ein Kolonialwarengeschäft, ergänzte es um Mehl- und Kohlenhandlung. Wem die Tür zum Frommenhof geöffnet wird, dem offenbart sich auch heute noch die Welt der vergangenen zwei Jahrhunderte. Aufwendige klassizistische Türfassungen, Jugendstilfliesen auf dem Boden, gedrechselte Treppengeländer – der Putz bröckelt, die alte Pracht hat gelitten, doch sie ist immer noch sichtbar.


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