Homann-Gelände und Krankenhaus Dissen will Planungen für die City voranbringen

Von Horst Troiza

Dissen: Die Homann Werke sollen erweitert werden. Foto: Jörn MartensDissen: Die Homann Werke sollen erweitert werden. Foto: Jörn Martens

Dissen. Die Stadt Dissen beabsichtigt, für verschiedene Bereiche in der Innenstadt, darunter das Homann-Gelände, ein Entwicklungsprogramm auf die Füße zustellen. Aus Eigenmitteln wird diese Aufgabe nicht zu stemmen sein. Der Planungsausschuss informierte sich während seiner Sitzung über die Aufnahme in das Förderprogramm ISEK.

Das Zauberwort heißt „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“, kurz ISEK, und verheißt am Ende Fördermittel aus Töpfen des Bundes und des Landes. Voraussetzung ist allerdings die Ausarbeitung einer detaillierten Darstellung der Ausgangslage und eine Stärken-Schwäche-Analyse, die als Grundlage für weitere Diskussionen aller am Projekt Beteiligten dienen werden.

Herausforderung

Falls sich das Feinkost-Unternehmen Homann aus der Stadtmitte zurückziehen wird, wird sich Dissen einer städtebaulichen Herausforderung besonderen Ausmaßes stellen müssen. Das Gelände im Westen der Stadt, zusammen mit dem des Krankenhauses , bedarf einer sorgfältigen Planung, die nach Willen der Verantwortlichen in Rat und Verwaltung bereits jetzt angegangen werden soll. (Weiterlesen: Dissen macht über 20 Hektar frei – Homann-Werk: Standortentscheidung erst im Sommer?)

Im Fachschussausschuss stellte der mit dem Projekt beauftragte Planer Johannes Eversmann den Fahrplan vor, der zur Aufnahme in das ISEK-Förderprogramm führen soll. Die Grundzüge des Entwicklungskonzepts werden am 12. Dezember dem Rat bei seiner Sitzung vorgelegt, drei Tage später bei einer Informationsveranstaltung mit dem Landkreis noch einmal. Am 19. Januar 2017 wird eine Bürgerversammlung veranstaltet und Anfang Februar ein Workshop, bei dem Politik, Bürger, Gewerbe, Einzelhandel und alle anderen Gruppen „die bis dahin gefassten Ergebnisse sezieren können“, so Eversmann. Mehr aus Dissen im Netz

Dorfentwicklung

In das Projekt können Daten einfließen, die bereits zur Verfügung stehen, so zum Beispiel aus dem Dorfentwicklungsprogramm, dem Programm „Zukunft aktiv gestalten“, dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) und anderen. Auch eine Stärken-Schwächen-Analyse besteht bereits, ist aber aus dem Jahr 2014 und muss für die Erstellung des ISEK überarbeitet werden. (Weiterlesen: ILEK geht in die nächste Runde – Runter vom Sofa für das südliche Osnabrücker Land)

Fraglich ist jedoch, ob der zunächst ins Auge gefasste Termin zur Antragsabgabe für das Förderprogramm im Sommer 2017 zu halten ist. Ratsherr Wilhelm Meyer zu Erpen (Grüne) wies auf die nötigen Gespräche mit Homann-Verantwortlichen hin, die noch geführt werden müssen. „Wir wissen doch gar nicht, wie die ausgehen werden“, lautete seine Befürchtung, den Abgabetermin nicht einhalten zu können.

Kein Hindernis

Das war für andere jedoch kein Hindernis. „Warum sollen wir das Geld wegschmeißen, das wir aus den Fördertöpfen erhalten können“, hielten Jürgen Dallmeyer (UWG) und Wolfgang Dettmer (CDU) dem entgegen. Fachbereichsleiter Heinrich Kocks erklärte, der Termin sei der 1. Juni 2017, „da müssen wir hinarbeiten. Ob das gelingt, wissen wir jetzt noch nicht.“ Auch die SPD unterstützt ein zügiges Vorgehen. „Wir haben doch schon vorgearbeitet, das kann uns helfen“, sagte Heinz-Günther Stolle. In seinem Schlusswort fasste der Ausschussvorsitzende Andreas Austmeyer (CDU) die Aussagen zusammen und erklärte: „Der Weg ist erst mal das Ziel“, und schloss die Sitzung.


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