Noller Schlucht mit Tag der offenen Tür Beste Produkte aus Apfel und Kürbis

Von Stefanie Preuin


Dissen. Ein farbenfrohes Bild ergab sich am Lernstandort Noller Schlucht am Tag der offenen Tür im Rahmen des 30-jährigen Bestehens. Nicht nur das Außengelände strahlte in herbstlichen Tönen, auch im Haus wurde mit Apfel und Kürbis gewerkelt.

Böse, orange Fratzen begrüßten die Besucher des Lernstandortes Noller Schlucht am Tag der offenen Tür. Passend zur Jahreszeit hatten sich die Mitarbeiter der Einrichtung verschiedene Aktionen zum Mitmachen ausgedacht. Das Kürbisschnitzen war dabei der Renner, besonders für die Kinder.

Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. So lächelte der eine Kürbis, während der andere mit seiner Mimik Grusel verbreitete. „Das Kürbisschnitzen sollen die Kinder mit ihren Eltern machen, wir geben die Hilfestellung“, erklärte Geschäftsführer Derk van Berkum.

Purer Apfelsaft ohne Zusatzstoffe

Das Gespür für den Urzustand der Produkte wurde im Nebenraum geweckt — einige Kilo Äpfel mussten für den Apfelsaft geschnitten, gehäkselt und gepresst werden. Der Geschmack des fertigen Apfelsaftes ohne Zusatzstoffe entlohnte die Besucher schnell für die anstrengende Arbeit.

Auch die Jugendlichen, die fünf Tage in der Woche in der Einrichtung lernen, präsentierten ihr Geschick.

Vor der Werkstatt luden massive Holzbänke zum Verweilen ein, im Innenraum waren die filigraneren Arbeiten, wie Holzbrettspiele, ausgestellt. Die Übung mit der Furniertechnik lehrt Sorgfalt und hilft bei der Teamfindung, die Anleitung zu den gebauten Spielen wird im Deutschunterricht erstellt.

„Zumeist haben die Schüler negative Erinnerungen an die Schulzeit. In 10 oder 20 Jahren sollen sich die Schüler gerne an die Zeit hier erinnern und stolz auf ihre Arbeiten sein“, erzählte Derk van Berkum. Am Tag der offenen Tür wurde auch die enge Zusammenarbeit der Abteilungen Hauswirtschaft, Werkstatt und Garten deutlich. Die Mitarbeiter der Hauswirtschaft bereiteten den Teig für das Brot im Blumentopf vor. Die Werkstatt-Mitarbeiter heizten den Steinofen mit Holz auf gut 300 Grad. So wurde das Kernthema des Lernstandortes deutlich: „Erlebe das Original“.

Apfelpapier zu Dekorationszwecken

Für den Unterhaltungsfaktor war ebenso gesorgt. Kinder und Erwachsene flitzten auf Mini-Bikes durch einen Slalom-Parcours — wer diesen erfolgreich absolvierte, bekam einen Führerschein.

Einen weiteren Aspekt stellte die „Pädagogische Abfallberatung“ vor. Aus Apfelfragmenten, die beim Pressen des Apfelsaftes übrig blieben, und Papierschnipseln wurde mit Hilfe eines Pürierstabs und Wasser ein grober Brei hergestellt.

„Mit dem Schöpfrahmen sieben wir ein Papier heraus“, erklärte Pädagogin Astrid Stelter. Nach zwei bis drei Tagen sind die strukturierten Apfelpapiere getrocknet und werden zu Dekorationszwecken genutzt. „Das ist ein Novum, in keinem Buch habe ich ein Apfelpapier entdeckt“, sagte Biologin Monika Schotemeier, die sich die Herstellung ausgedacht hat.

Am Tag der offenen Tür waren die Besucher ganz nah an der Natur. An den Ständen wurde der Geruch des Waldes aufgenommen und Naturstrukturen ertastet, also durch die sinnliche Erfahrung spielerisch gelernt. Eigens erstellte Bücher zeigten Pflanzen und Tiere in der Noller Schlucht. „Die Fülle der Natur wird runtergebrochen und so besser verständlich als in den dicken Büchern, die die ganze mitteleuropäische Pflanzenwelt beschreiben“, erklärte Derk van Berkum das Lernkonzept. Das Konzept geht auf.


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